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Brunsbüttel gewinnt Traditionsderby

Von Volker Brandt

Brunsbüttel - Die Mannschaft des Schachklubs Brunsbüttel von 1925 in der Bezirksliga West reiste zur Schachgesellschaft Glückstadt von 1920; zwei fast hundert Jahre alte Vereine, die, wenn man der Chronik des Brunsbütteler Schachklubs folgt, bereits kurz nach ihren Gründungen in dramatischen Duellen aufeinander trafen. 

Auch jetzt war das nicht anders. Brett acht: Michael Tokarski für Brunsbüttel, mit einem frühen Abtausch der Damen, das Spiel versandet immer mehr, unentschieden. Rainer Kell an Brett sieben steht leicht besser, spielt mannschaftsdienlich, möchte nichts riskieren, unentschieden. Joachim Asmus an Brett sechs, alle Figuren runtergetauscht, unentschieden. Adam Trzcinski an Brett sechs, lässt nichts zu, unentschieden. Gut ist das nicht, aber so richtig schlecht auch nicht. So steht es nach den Entscheidungen an den letzten vier Brettern 2:2. 

Nun müssen es die ersten vier Bretter richten, doch es ist wie verhext. Ulli Jürgensen an Brett zwei, Freibauern werden gebildet, gegnerische Springer an den Rand gedrängt, riesige leere Flächen müssen überwunden werden, Läufer auf Abwegen, gespielt wird bis auf die nackten Könige, doch nur unentschieden. Aber Axel Bittner an Brett eins sorgt für ein kleines Aufatmen bei den Brunsbütteler Spielern. Genau so, wie er es den kleinen Mädchen im Training beibringt: Springer gehören ins Zentrum, es wird rochiert, geduldig gespielt, im richtigen Moment der richtige Zug gefunden und damit die beim Gegner erzeugten Schwächen ausgenutzt. Er gewinnt über die lange, schwarzfeldrige Diagonale. 

Aber noch spielen Volker Brandt an Brett vier und Jan Harten an Brett drei. Volker Brandt, der wieder seinem Motto frönt „Gute Züge kann jeder, aber abseits der Theorie tobt das wahre Leben“, wickelt nach vielen, vielen Zügen in ein Turmendspiel ab, das für keine Seite zu gewinnen ist, unentschieden. Nun liegt es an Jan Harten, der einen Gegner hat, der jede Finte riecht, jede Rückgabe der Qualität aus dem Weg geht, sich geschickt, zäh und ideenreich verteidigt. Aber das alles und der beständige Druck durch das geschickte Spiel von Jan Harten, intern auch „Fels der guten Züge“ genannt, kosten viel Zeit, sodass Jan Harten an Brett drei durch Zeitüberschreitung seines Gegners gewinnt. Endstand 5:3 für Brunsbüttel. 

Am Mittwoch ist wieder Spiel- und Trainingsabend. Im Aufenthaltsraum der Feuerwehr, Mühlenberg 1, treffen sich ab 18.15 Uhr Kinder und Jugendliche und ab 19.15 Uhr die Erwachsenen. „Schön wäre es, wenn sich auch einmal schachspielende Frauen ein Herz fassen würden, die Schwelle zum Spiellokal zu überschreiten. Beim Schachklub Brunsbüttel findet sich immer ein Spielpartner“, findet Pressewart Volker Brandt, der für Auskünfte unter Tel.: 04829/3459834 zu erreichen ist.