Nachbarn

Bürgertreff gesucht

Von Petra Balduin-Schmitz 

Büsum - Viele, die bis Ende Oktober regelmäßig in der Johannsenallee 34 den Bürgertreff besuchten, meinen: „Wir waren wie eine große Familie, jetzt sind wir obdachlos.“ Die Suche nach einer neuen Bleibe erweist sich als äußerst schwierig. 

Das neue Gebäude sollte barrierefrei sein. Der Brandschutz muss beachtet werden, wenn die Räume für die Öffentlichkeit freigegeben werden. Für die vorwiegend älteren Leute, die meist nicht mehr so mobil sind oder gar im Rollstuhl sitzen, muss der neue Treffpunkt in Büsum sein; denn nur so kann gewährleistet werden, dass der Bürgertreff und das große ehrenamtliche Netz der Nachbarschaftshilfe bestehen bleiben. Der Verein Nachbarschaftshilfe arbeitet gemeinnützig und übernimmt Aufgaben, um die sich die Gemeinde normalerweise kümmern müsste. Er finanziert sich nur durch Spenden, kann aus eigenen Mitteln die Miete für eine neue Unterkunft nicht aufbringen. „Es wäre schön, wenn die Gemeinde Büsum und andere Sponsoren für die Kosten der Unterkunft aufkommen würden.“

„Von Seiten der Gemeinde hat es noch keine sichtbaren Anstrengungen gegeben, uns zu helfen. Alle von Mitgliedern vorgeschlagenen Objekte wurden wieder verworfen. Vom Bürgermeister Hans-Jürgen Lütje kam meines Wissens noch kein brauchbarer Vorschlag“, sagt Petra Balduin-Schmitz, externe Beraterin des Seniorenparlaments. „Ist es wirklich so schwierig oder fehlt der politische Wille?“ Immerhin hat der Verein 320 Mitglieder, von denen bestimmt die Hälfte den alten Bürgertreff aufgesucht hat; dazu etliche andere Bürgerinnen und Bürger. Laut Registrierung wegen Corona wurden über 3000 Besuche erfasst. Seit Anfang November sind – auch noch erschwert durch die Coronabedingungen – die Mitglieder wieder isoliert und einsam zu Hause. Der unverbindliche Treff mit kostenloser Möglichkeit zum Kaffeetrinken und Gedankenaustausch fehlt. „Umso dringender ist es, einen neuen Treff zu finden, bevor alle wieder auseinandergehen.“