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Defi-Einweisung für Übungsleiter

Von Annelene Spill 

St. Michaelisdonn - Defibrillatoren können Leben retten. Die Geräte werden immer mehr in und an markanten Gebäuden stationiert. Doch können Ersthelfer im Notfall damit umgehen? MTV-Vorsitzender Bernd Wasmund fand es daher sinnvoll, eine Einweisung für Übungsleiter anzubieten.

Der Anlass: Seit Kurzem hängt ein Defibrillator am MTV-Gebäude. Zusammen mit dem FC Schwarz-Weiß und dem Bauhof wurde der Defi angeschafft, gesponsert von den Gemeindewerken. „Den Standort am MTV-Gebäude haben wir gewählt, weil der Defi Strom benötigt und wir den Anschluss zum Heizungsraum verlegen konnten“, erklärte Wasmund. Natürlich wurden mehrere Hinweisschilder angebracht, um auch nicht Ortskundige auf den Defibrillator hinzuweisen. „Hier, an den Sportstätten, ist immer sehr viel los, ob beim Fußballverein oder beim Sportbetrieb in unserer Halle“, so Wasmund. „Im Notfall kann ein Defi da Leben retten.“ Auch der Tennisverein darf im Ernstfall auf den Defibrillator zurückgreifen.

Für die Einweisung gewann Bernd Wasmund nun Rainer Gaulcke vom örtlichen DRK. Der sagte: „Niemand braucht Angst zu haben, im Ernstfall etwa falsch zu machen. Alles ist besser, als nichts zu machen.“ Aus Erfahrung weiß der Sanitäter, dass viele Menschen eine Hemmschwelle überwinden müssen, um den Defi aus dem Kasten zu holen. Das sei komplett unbegründet. Auch von einem Signalton beim Herausholen des Gerätes dürfe sich ein Ersthelfer nicht abschrecken lassen. Das Warnsignal solle vor Diebstahl schützen. „Nach dem Einschalten des Gerätes erklärt eine Stimme dem Ersthelfer genau, was er zu tun hat“, beschrieb Gaulcke. Er zeigte den Übungsleitern anhand einer Übungspuppe das Anlegen der Elektroden und erklärte sowohl Herzmassage als auch Beatmung. 

Der Defi analysiert den Herzrhythmus und sagt dem Helfer, ob ein Schock stattfinden soll oder nicht. Beim Einsatz eines Defibrillators müsse unbedingt vom Patienten Abstand gehalten werden. „Nach dem Schock ist die Reanimation genauso wichtig“, gab Rainer Gaulcke den Übungsleitern mit auf den Weg. „Eine Person sollte höchstens zehn Minuten reanimieren, dann sollte ein zweiter Ersthelfer ihn ablösen“, informierte der DRK-Vorsitzende, der hofft, dass solche Einweisungen in die Benutzung von Defibrillatoren Schule machen. „Ich habe mich schon öfter in öffentlichen Gebäuden erkundigt, ob sich die Angestellten dort zutrauen würden, damit umzugehen, was bezweifelt wurde, da nie eine Einweisung erfolgt war“, sagte Rainer Gaulcke. In St. Michaelisdonn sind außer am MTV-Clubhaus auch am Bahnhof, am Freibad, in der Amtsverwaltung und in den Sporthallen Defibrillatoren zu finden.