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Dranbleiben lohnt sich

Von Thomas Beller 

KRUMSTEDT In Zeiten von Corona ist alles ein bisschen anders. Karoline Gehring und Uwe Traeder von der Körkommission des Verbandes der Pferdezüchter Mecklenburg-Vorpommern reisten kürzlich aus Rostock an. Auf dem Gestüt zum Wiedbusch ging es sofort zur Sache: Hofkörung bei den Shetties. 

Zunächst wurde das Stockmaß der angetretenen Hengste genommen und der Chip geprüft. Danach führte Pferdewirtin Katharina Stölck, die ihren erlernten Beruf heute als Hobby betreibt, die drei hofeigenen Hengste nacheinander zur Pflastermusterung im Schritt und im Trab, beginnend mit dem Rapphengst Ludo. Er ist charakterlich der ausgeglichenste der drei jungen Hengste. Er überzeugte auch beim darauffolgenden Freilaufen auf dem Platz in Schritt, Trab und Galopp. Nach Erläuterung der ganzheitlichen Beurteilung - dabei kommt auch der geplante spätere Zuchteinsatz ins Spiel - lautete das Urteil: „Gekört“. Die Freude war bei der Züchtergemeinschaft Thiel-Fuchs groß. Die jahrelange Arbeit des Züchters Michael Thiel - Helmut Fuchs ist auf dem Hof für die Schleswiger zuständig - und die intensive Vorbereitung hatte sich gelohnt. 

Auch die anderen beiden Hengste machten sich gut. Der in den Niederlanden bereits gekörte Fuchs Campo überzeugte in allen Grundgangarten, aber besonders durch seinen schnellen Antritt mit raumgreifendem Galopp. Ein bisschen markanter im Ausdruck könne er noch werden, so die Beurteilung von Karoline Gehring. Aber diese kleine Einschränkung beeinträchtigte, bei den vielen positiven Eigenschaften von Campo, nicht das Urteil: „Gekört“. So bekam der kleine Fuchs also auch in Deutschland seine Anerkennung. Bedeutend „hengstiger“ kam der Falbfuchs Mesto daher. Mit ihm hatten Katharina Stölck und Michael Thiel im Vorfeld eindeutig die meiste Arbeit. Wer unter den Pferdefreunden Shetlandponys mal belächelt, wird eines Besseren belehrt, wenn er die harte Arbeit mit so einem Hengst beobachtet. Auch Campo präsentierte sich bei der Führung letztlich artig und sozial. Beim Freilauf überzeugte er durch taktreine, kraftvolle Gänge und wurde ebenfalls gekört. In den vergangenen Jahren hatte es für die Zuchtgemeinschaft auch schon nicht gekörte Hengste gegeben, wodurch die Züchter ihre Erfahrungen erweitert hatten. Das Dranbleiben hat sich gelohnt.