Nachbarn

Ein herrlicher Tag auf Föhr

Von Gunthild Thede 

Büsum - Den dunklen Wolken davon und der Sonne entgegen fuhren die Büsumer Landfrauen mit einem Bus nach Dagebüll und weiter mit der Fähre nach Föhr in die Friesische Karibik. 

In Wyk begann eine zweistündige Busrundreise - bei blauem Himmel und Sonnenschein - über die zweitgrößte Nordseeinsel Deutschlands mit einem gut gelaunten Reiseführer. 8500 Menschen wohnen auf Föhr. Man lebt von Tourismus, Landwirtschaft und Bauwirtschaft. Es ist das nördlichste Weinanbaugebiet Deutschlands, und inzwischen wird dort sogar Bier gebraut. Auf 200 Kilometern Radwegen ist Föhr zu durchqueren. Früher bestanden 60 Prozent der Insel aus Reet. Im 18. Jahrhundert endete die Walfangzeit, und schließlich begann der Tourismus. In Boldixum soll einst im Erdbeerparadies Otto Waalkes seinen ersten Auftritt gehabt haben. In Wrixum steht eine von fünf Windmühlen der Insel. Über leichte Erhebungen, liebevoll der Föhrer Hochpass genannt, ging es weiter nach Oevenum, einem gemütlichen Friesendorf, wo in den Vorgärten Palmen stehen. 

In Oldsum, das früher wie Amrum und Sylt dänisch war, gibt es nur Hausnummern und keine Straßennamen. Häuser mit blauen Türen kennzeichnen Seefahrer und grüne Türen bedeuten Landwirtschaft. So sind dann auch die Hausnummern vergeben - verwirrend für Touristen. In Süderende, wo noch das Föhrer Friesisch gesprochen wird, besuchten die Ausflüglerinnen die St.-Laurenti-Kirche aus dem 13. Jahrhundert. Die „sprechenden“ Grabsteine erzählen die Lebensgeschichte der Föhrer Walfänger und Kapitäne. Der berühmteste, der „Glückliche Matthias“, soll 337 Wale gefangen haben und wurde als angeblich reicher Mann vor dem Altar in der Kirche beigesetzt. Als aber herauskam, dass er verarmt war, und das Begräbnis nicht bezahlt werden konnte, exhumierte man ihn und begrub ihn hinter der Kirche. 

Dunsum wird von nur 51 Personen bewohnt, und man erfuhr bei einem Zwischenstopp am Deich, dass man von dort nach Amrum laufen kann - ein zirka acht Kilometer langer Fußmarsch. Auf Föhr gibt es wegen des Bodens keine Maulwürfe, da beim Buddeln hinter ihnen alles wieder zusammenfällt. In Witsum gibt es eine Whisky-, Bier- und Gin-Destillerie und in Nieblum schließlich die größte Dorfkirche Schleswig-Holsteins. Nach einem Mittagessen in Wyk spazierten die Damen über die Strandpromenade, genossen Eis, die schöne Aussicht mit Blick auf das ferne Langeneß und ein Kurkonzert. Nach einem gelungenen Tag waren sich alle einig, dass man dort herrlich Urlaub machen kann. Dann ging es wieder heimwärts nach Büsum. Adjis Föhr.