Nachbarn

Ein Schulhund geht online

Von Marit Peters 

HEIDE In besonderen Zeiten bedarf es besonderer Ideen. Unter dieses Motto stellt Marit Peters als Schulsozialarbeiterin der AWO Schleswig-Holstein an ihrem Standort an der Grundschule Süderholm während des Lockdowns ihre Arbeit. 

„Die Pandemie fordert auch von Grundschülern einen Umgang mit den digitalen Medien, insbesondere unserem Schulportal Iserv. Bei jüngeren Kindern ist es wichtig, sie spielerisch daran heranzuführen. Für mich ist es ein wichtiges Medium, um mit den Kindern in Kontakt zu bleiben“, sagt Marit Peters. Natürlich haben die meisten Grundschulkinder noch keinen freien Zugang zu Endgeräten und sind auf die Eltern angewiesen. So entwickelte Marit Peters die Idee, einen regelmäßigen Impuls per Iserv zu verschicken. Entstanden ist „Theos Tagebuch“, ein beinahe täglicher Beitrag des Schulhundes. Er schreibt den Kindern in Ich-Form aus seinem Alltag und von seinen Erlebnissen. „Theo greift die Gefühle der Kinder wie Mut, Angst oder Langeweile auf. Sie können sich mit ihm identifizieren und werden stets durch eine Abschlussfrage direkt angesprochen. So haben sie die Möglichkeit mit ihren Eltern darüber zu reden oder Theo eine Mail zu schreiben“, erklärt Marit Peters. Natürlich darf ein passendes Foto nicht fehlen.

Bereits im Dezember konnten sich die Schüler der Schulen am Moor an beiden Standorten, Ostrohe und Süderholm, über einen täglichen Beitrag ihrer Lehrer freuen. In einem virtuellen Adventskalender konnte auf der Schulplattform ein „Türchen“ geöffnet werden, hinter dem sich vielfältige Videobeiträge versteckten: Backrezepte, Geschichten, Gedichte, Basteltipps, Flötenspiel oder Tanzeinlagen. Bei dieser Idee fand Marit Peters technische Unterstützung bei den Lehrkräften Maxi Sophie Langner und Lasse Hahn, die das Sortieren und Verschicken der Videos übernahmen. Auch wenn diese Form, in Kontakt zu bleiben, den Kindern eine kleine Freude bereitet, wird immer deutlicher wie sehr sie den Schulalltag vermissen. Auch Hund Theo möchte wieder mit den Kindern toben, gestreichelt werden, trösten oder Kunststücke machen. Bis es aber soweit ist, bleibt der Schulhund auf jeden Fall online.