Nachbarn

Eine Ära geht zu Ende

Von Hanna Warncke 

Wesseln - Seit 1923 bestand nachweislich die Theatergruppe des Ringreitervereins Wesseln. Zu jedem Winterfest führte sie ein Theaterstück auf. Dabei handelte es sich stets um einen plattdeutschen Einakter. 

Plattdeutsch, weil die Pflege der niederdeutschen Sprache im Verein hochgehalten wird, ein Einakter, damit nach der Aufführung genug Zeit zum Tanzen blieb. Nur im Zweiten Weltkrieg gab es eine Unterbrechung. In den 60er-Jahren übernahm Friedrich Warncke, Lehrer in Wesseln, die Leitung der Bühne, die er bis zu seinem Tod 2018 innehatte und die er durch seinen Einsatz als Spielleiter und Darsteller prägte. Seine Ansagen und seine Auftritte bleiben unvergessen. Ab 1980 wurde auch immer für die Senioren der Gemeinde gespielt, viele Jahre auch für die Frauen des Boßelvereins Rüsdörp, für den Reichsbund, später Sozialverband, Heide und den von Tellingstedt. 

Dort endete diese Ära am 13. März etwas abrupt, da das Coronavirus das Mehlbeutelessen und die Aufführung von „Wiewerlist geiht öwer Düwelslist“ unmöglich machte. So wird der 11. März als der Tag der Abschiedsvorstellung in die Annalen eingehen; denn die Gruppe löst sich auf. Der Nachwuchs fehlt. Die Belastung ist für die jüngeren Aktiven durch Beruf und Familie zu groß. Und da das Ziel der Bühne, für das 100-jährige Bestehen des Vereins zu spielen, am 22. Februar erreicht wurde, kann es nun guten Gewissens an das große Aufräumen gehen. Wer an den zusammenlegbaren Stellwänden, der Beleuchtung oder Kostümen, Hüten und anderem Interesse hat, melde sich bei Hanna Warncke unter Tel.: 04838/638. 

Die Theatergruppe nimmt mit Wehmut Abschied von einer langen Tradition und wunderbaren Erlebnissen und bedankt sich beim Vorstand des Ringreitervereins für die stete Unterstützung, bei ihren Helfern und Bühnenbauern und vor allem bei ihren Zuschauern und Fans. „Es war immer eine Freude, für Sie zu spielen.“