Nachbarn

Erneut königslos

Von Hans-G. Heide 

MELDORF Auch in diesem Jahr pflanzte die Bürgergilde wieder einen Baum im Gildetal. Es ist zur schönen Tradition geworden, dass der amtierende König am Tag der Deutschen Einheit einen Baum im Gildetal pflanzt, um das bürgerschaftliche Engagement der Gilde unter Beweis zu stellen. 

Doch wie schon im vergangenen Jahr fiel auch dieses Jahr das Gildefest, mit dem eigentlich das 450-jährige Jubiläum der Gilde mit einem umfangreichen Festprogramm hätte gefeiert werden sollen, Corona zum Opfer. Und wenn es keinen König gibt, kann auch kein Baum gepflanzt werden, eigentlich. Doch die Gilde wäre nicht die Gilde, wenn ihr nicht wieder ein Ausweg, ein Königsweg geradezu, eingefallen wäre, und zwar genauer ein Königinnenweg. War es im vergangenen Jahr Marie Böhe, die Gildewirtin und Königin von 1993, so pflanzte dieses Jahr Katja Jannsen, Königin von 1996 und Ehefrau des Ersten Ältermannes Michael Jannsen, einen Feldahorn. Sie hatte sich spontan bereit erklärt, den Baum zu stiften. Michael Jannsen hob denn auch die Verdienste seiner Frau um die Gilde hervor, weil sie viele, viele Jahre die Kindernachmittage während des Gildefestes organisiert und ihm vor allem den Rücken für seine Gildearbeit freigehalten habe. Katja Jannsen betonte denn auch ihren Stolz, als gelernte Floristin einen Baum gepflanzt zu haben, und ihre langjährige Verbundenheit mit der Gilde. Abschließend wurde der Baum nicht nur tatsächlich mit Wasser, damit er richtig anwächst, sondern auch, ebenso traditionell, mit Kaffee und Kuchen in der Linde begossen.

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