Nachbarn

Gedenken an Seegefecht

Von Friedrich-Wilhelm Trottmann 

Büsum - In jedem Jahr kommt eine dänische Abordnung nach Büsum und ehrt am Ehrenmal auf dem alten Friedhof gefallene Kameraden. An der Gedenkfeier nahm nun der Beauftragte für das dänische Kriegsgräberwesen für den Bereich Sydslesvig-West Henry Bohm als Nachfolger von Karl Ole Steenhild teil.

Dabei waren außerdem Bürgervorsteher Gerd Gehrts, Bürgermeister Hans-Jürgen Lütje, der Vorsitzende des Kirchengemeinderats, Bodo Schröder, und Seniorenbeiratsvorsitzender Karl-Heinz Papenfuß. Nach der Kranzniederlegung hielt Klaus Hinz, Vorsitzender des Museumshafenvereins, die Gedenkrede und erinnerte an die Geschehnisse vom September 1813, als sieben Kanonenschaluppen mit 14 Kanonen, sieben Offizieren, einem Schiffsarzt und 430 Matrosen und Seesoldaten in Büsum vor Anker lagen. Sie sollten den Schleichhandel mit England unterbinden und Kleintransporte beschützen, um die Kontinentalsperre gegen England durchzusetzen. 

Am 3. September 1813 um 8 Uhr wurden zehn segelnde englische Kanonenboote und vier rudernde Barkassen am Horizont gesichtet. Die Engländer hatten zuvor zwei Büsumer Fischer gefangen genommen. Um 11 Uhr griffen sie in einer Entfernung von 400 bis 500 Metern an. Nach viereinhalb Stunden drehten die Engländer bei Ebbe ab. Auf dänischer Seite waren sieben Tote und 16 Verwundete zu verzeichnen. Da die Schiffe sich nur auf halber Kanonendistanz gegenüberlagen, wurden auch Büsumer Häuser von den 24-Pfündern getroffen. Eine Originalkugel ist im Molenfeuersockel am Ankerplatz eingemauert, weitere Kugeln sind im Restaurant zur Alten Post zu besichtigen. Zwei Tage später wurden sechs Gefallene bestattet. Die dänischen Matrosen errichteten für sie auf dem sogenannten Horst ein Denkmal. Auf dem Friedhof war dafür kein Platz im erforderlichen Umfang vorhanden. Erst bei Anlage des Tonnenhofes auf dem Horst wurde das Denkmal auf den alten Friedhof überführt.