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„Goodbye Elterntaxi“

Heide (rd) Mit „Goodbye Elterntaxi“, seiner mittlerweile 15. bundesweiten Clubinitiative zur Verkehrssicherheit, appelliert der ACE, Deutschlands zweitgrößter Autoclub, aktuell an alle Familien vor allem mit Kindern im Vor- und Grundschulalter, das Elterntaxi möglichst stehen zu lassen. Ziel der Aktion ist es, Unfallgefahren im unmittelbaren Schulumfeld zu vermeiden und Kindern die Chance zu geben, selbständig sicher unterwegs zu sein.

Ehrenamtliche des ACE-Kreises Westküste checkten dazu an mehreren Aktionstagen vor Schulen in Burg, St. Michaelisdonn, Meldorf und Heide den morgendlichen Bringverkehr. Das Ergebnis kann sich aber nur  zum Teil sehen lassen: Während vor den Schulen in Heide und Burg sich die Autofahrerinnen und Autofahrer im nahen Umfeld der Schule überwiegend rücksichtsvoll und regelkonform verhielten, zeigte sich vor den Schulen in St. Michel und Meldorf ein ganz anderes Bild: die meisten Autofahrerinnen und Autofahrer verhielten sich hier alles andere als regelkonform. Fast jedes der Elterntaxis, das Kinder zur Schule kutschierte, hielt im Parkverbot oder nutzen den Sonderfahrstreifen für Busse.

Otto Johannsen, Vorsitzender des ACE-Kreises Westküste: „Die Beobachtungen stimmen uns nicht überall positiv. Darüber, wie wichtig Rücksichtnahme gegenüber den schwächsten Verkehrsteilnehmern ist, scheint man sich hier und da bewusst zu sein. Mit Blick auf die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die ohne Auto ihren Schulweg zurücklegen, kann man die Eltern loben.

Allerdings bekamen die Kinder nicht überall die Chance, Sicherheit im Straßenverkehr zu erlangen, durch ganz praktisches Üben – zu Fuß, mit dem Rad und in der Gemeinschaft. Und: „Aktuelle Zahlen zeigen, und zwar bundesweit, dass nahezu jedes fünfte Kind mit dem elterlichen Fahrzeug zur Schule gefahren wird. Kinder sollten jedoch unterstützt werden, eigenständig zu Fuß oder mit dem Fahrrad den Weg zum Unterricht zurückzulegen“, betont Otto Johannsen. „Nur so lernen sie, sich sicher im Straßenverkehr zu bewegen, sie bauen Bewegungs- und Koordinationsdefizite ab und können dabei sogar Freundschaften schließen. Wer seinem Kind möglichst viel abnehmen möchte, beraubt es wichtiger Erfahrungen, Trainingssituationen und letztendlich seinem Sicherheitsgefühl, den Schulweg zu meistern. Entfernungen abschätzen, Geschwindigkeiten einschätzen und Reaktionen anderer Verkehrsteilnehmer vorhersehen – zunächst in Begleitung der Eltern – sollte morgens auf dem Weg zur Schule der erste Lehrstoff noch vor dem eigentlichen Unterrichtsbeginn sein“

Hintergrund der ACE-Aktion sind die vielerorts zu beobachtenden, riskanten Park- und Wendemanöver der Elterntaxis, einhergehend mit zu viel Verkehr vor Schulen, der die Unfallgefahr für Kinder erhöht. Währenddessen bleiben die zu erlernende Verkehrskompetenz und die gesunde Bewegung für die Kinder auf der Strecke. Der ACE will deutschlandweit auf die Fakten aufmerksam machen und bei Eltern das Bewusstsein schärfen, wie wichtig es ist, aktiv Erfahrungen im Straßenverkehr zu sammeln.

„Auf dem Rücksitz eines Autos können Kinder keine Sicherheit im Straßenverkehr erlernen. Das wollen wir verdeutlichen und Eltern dazu auffordern, sich Zeit zu nehmen, um mit ihrem Nachwuchs gemeinsam im Straßenverkehr zu üben – am besten zu Fuß. Wenn der Weg zu lang ist, sollten die Schüler zumindest die letzten 500 Meter eigenständig zurücklegen“, erläutert Otto Johannsen.