Nachbarn

Heuschrecke mit scharfer Blüte

Von Rita Holz 

Tellingstedt - Bei wunderschönem Wetter machten sich 27 Landfrauen auf den Weg nach Kiel. In zwei Gruppen mit jeweiligem Stadtführer erkundeten die Damen den Stadtteil Schreventeich, unterbrochen von Pausen mit Kostproben in Gastronomiebetrieben. 

Nach einer Stärkung mit Kaffee und Kokosmilchreis im Hansa zwei startete die zweite Gruppe mit einer Studentin eine halbe Stunde nach der ersten zur Exkursion durch den Stadtteil. Er wurde in den 30er-Jahren um den Schrevenpark herum angelegt. Der Weg führte in den Schrevenpark und zum Schreventeich. Gartenbaudirektor Ferdinand Hurtzig gestaltete 1901 um den Teich herum einen Park und benannte ihn zu Ehren der Hohenzollern. 1947 wurde der Park umbenannt. Schreventeich bedeutet „Des Grafen Teich“. Er wurde zur Wasserversorgung des Kieler Schlosses genutzt. Nach dem Krieg sollte das Areal eine Schrebergartenanlage für die ärmere Bevölkerung Kiels werden. Die konnte sich die Pacht allerdings nie leisten. 

Dann ging es zum alten Lessingbad, wo sich heute das Café Freistil, eine Kindertagesstätte und die Turnhalle des Humboldt-Gymnasiums befindet. Das Restaurant bietet Arbeitsplätze für Menschen mit und ohne Behinderung und hat eine reichhaltige saisonale und regionale Küche. Wer besonderes Bier mag, ist im Brewcomer gut aufgehoben, der nächste Halt. Neben unzähligen Biersorten waren dort auch kuriose Dinge zu finden. Nach einer Kostprobe ging es weiter an einer kleinen Kaffeerösterei vorbei, die gerade Gruppe eins besuchte, zum Fresco, einem besonderen Höhepunkt. Von außen unscheinbar ist es eine Oase mitten in der Stadt, mit einem Garten voller Überraschungen. Nach Häppchen und einer kleinen Pause im Grünen ging es flotten Schrittes weiter. 

Der Nachtisch wartete, ein wunderbares Eclair. Das Restez ist mit seiner französischen Backkunst eine der bekanntesten Bäckereien Kiels. Manche Dame konnte nicht widerstehen und nahm sich für zu Hause noch etwas Süßes mit. Unterwegs hörten die Ausflüglerinnen immer wieder kleine Erzählungen über Kiels Historie und Anekdoten über besondere Kieler. Im James and the Cook erwarteten die Frauen Kostproben in drei Richtungen: einfach, scharf und exotisch. Niemand wusste, was auf dem Teller sein würde. Die exotische Variante war etwas für Mutige: eine Heuschrecke mit prickelnd-scharfer Blüte. Das war eigenartig, begeisterte nicht jeden, wurde aber tapfer verspeist. Derweil unterhielt der Wirt seine Gäste aufs Angenehmste mit lustigen Geschichten. Den Landfrauen bleibt der Nachmittag mit vielfältigen kulinarischen Kostproben und neuen Eindrücken von der Landeshauptstadt sicher noch lange in Erinnerung.

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