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Informationen zu Speicherkoogplänen

Von Wencke Lehmacher 

Meldorf - Der Saal im Hotel zur Linde war mehr als voll besetzt. Etwa 140 Bürger aus Meldorf und Umgebung kamen zur Informationsveranstaltung der Bürgerinitiative für Naturschutz im Speicherkoog (BINS). 

Das Publikum war bunt gemischt. Naturschützer, interessierte Einwohner, Vertreter des Kommunalunternehmens Tourismusförderung Speicherkoog (KU), Mitglieder der Segelsportvereine, Meldorfer Geschäftsleute, Schüler vom Werner-Heisenberg-Gymnasium und viele andere waren gekommen. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde gab es zuerst mehrere Vorträge von BINS-Mitgliedern. Im ersten Kurzvortrag „Was ist die BINS?“ erläuterte Dr. Ilka Hasselmeier die Ziele der Bürgerinitiative. Vorrangig ginge es darum, den weiteren touristischen Ausbau in dem Gebiet zu verhindern sowie die Einhaltung bestehender Regeln und Grenzen durchzusetzen.

Anschließend informierte Stefan Lehmacher über den aktuellen Stand zur durchgeführten Petition. Leider würden die bei der privaten Onlineplattform Openpetition gesammelten 3846 Online-Unterschriften und Papier-Unterschriften, davon 2588 aus Schleswig-Holstein, vom Landtag nicht akzeptiert. Daher werde nun zeitnah eine neue Petition direkt beim Landtag eingereicht. Unterstützer könnten dabei nur online unterschreiben. Die große Zahl an Unterstützern – knapp 1700 Dithmarscher – zeige aber, dass in der Bevölkerung Widerstand gegen die Pläne bestehe, im Speicherkoog weitere Übernachtungsmöglichkeiten zu schaffen, verdeutlichte Stefan Lehmacher.

Als nächstes hielt Tanja Matthies einen Vortrag über den Speicherkoog. Sie stellte die besondere Bedeutung des Gebiets mit seiner einzigartigen Vogelwelt in den Vordergrund. Veranschaulicht wurde der Vortrag durch viele Karten, Fotos und Videos. Danach folgte ein Vortrag von Wencke Lehmacher zu den Plänen des Kommunalunternehmens. Mit Materialien von der Homepage des KU verdeutlichte sie die Bauvorhaben, die in dem Gebiet geplant sind. Neben dem neuen Nationalparkhaus und 70 Wohneinheiten, die am Hafen gebaut werden sollen, ging es auch um den Ausbau der Badestellen Elpersbüttel und Nordermeldorf.

Als letztes folgte eine Zusammenfassung durch Tanja Matties zur Frage „Warum ist die BINS gegen die Pläne des KU?“. Sie stellte dar, dass es in dem Gebiet ein Verschlechterungsverbot gäbe. Durch mehr Menschen und weitere Übernachtungsmöglichkeiten wäre aber mit einer Verschlechterung der Zustände zu rechnen. Übereinstimmend berichteten die Mitglieder der Bürgerinitiative von ihren Erfahrungen an Informationsständen auf Wochenmärkten in den vergangenen Wochen. Dort sei ihnen klar geworden, dass viele Dithmarscher von den Plänen bisher gar nichts mitbekommen hatten, was letztlich Anlass für die Veranstaltung war.

Im Anschluss an die Vorträge gab es die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Die Befürworter der Ferienhaussiedlung, die teilweise schon während der Vorträge reingerufen und gestört hatten, versuchten nun, die Vorteile der Bauvorhaben für das Gebiet und Meldorf hervorzuheben. Es folgten zum Teil lebhafte Diskussionen, die von den Moderatoren des Abends in geordnete Bahnen gelenkt wurden. Am Ende war klar, dass es so schnell keine Einigung beim Thema Speicherkoog geben wird. Die BINS-Sprecher Tanja Matthies und Stefan Lehmacher machten deutlich, dass die Bürgerinitiative sich weiter für den Erhalt des Gebiets für Natur und Mensch einsetzen wolle. Bezüglich der Pläne des Kommunalunternehmens seien noch viele Fragen offen. Eine entsprechende Veranstaltung seitens der Planer sei wünschenswert.