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Kinder wachsen in zwei Welten auf

Von Lars Hedde 

Heide - Digitale Medien bestimmen das Leben. Ob im Beruf oder in der Freizeit – sie sind überall präsent. Jeder ist begeistert von den unbegrenzten Möglichkeiten, besonders Kinder. Instagram, Youtube, WhatsApp und Onlinespiele prägen früh deren Verhalten und Kommunikation.

Doch immer mehr Eltern kommen Zweifel: „Ist das alles noch gut für unsere Kinder?“ Auf einem Informationsabend im Kulturforum Heide-Ost gingen die Medienpädagogen Astrid und Wilfried Brüning mit ihrem Vortrag „Zwischen zwei Welten - Kinder im medialen Zeitalter“ auf das Thema ein. Das Interesse war mit 170 Besuchern erfreulich groß. Der Kreis Dithmarschen und die AWO Schleswig-Holstein gGmbH, Jugend und Familienhilfe, finanzierten die Veranstaltung.

Kinder wachsen heute in zwei Welten auf, in der realen und der digitalen. In der digitalen kennen sich viele aus, aber wie ist es mit der realen Wirklichkeit? Die Referenten machten es an einem Beispiel deutlich: „Kann ein Kind, dass perfekt auf dem iPad zeichnen kann, den Stift auch sicher über ein Blatt Papier führen?“ Kann ein Junge, der an der Konsole jedes Fußballspiel gewinnt, auf dem Platz den Ball am Fuß führen? Können Kinder die Balance zwischen realer und digitaler Wirklichkeit wahren? Dabei befinden sich Eltern oft in der Zwickmühle: Sollen sie erlauben oder verbieten? Sie fürchten einerseits, dass ihre Kinder den Anschluss verpassen und später dem Arbeitsleben nicht gewachsen sind. Andererseits soll sich der Nachwuchs zur starken Persönlichkeit entwickeln.

Die Autoren antworten: erlauben und begrenzen – zum Beispiel durch aktive, aber kontrollierte Mediennutzung besonders im Internet und natürlich für alle schulischen Zwecke, aber auch der kreative Umgang mit Bild-, Schnitt- und Tonprogrammen. Solange Kinder die neuen Medien als Werkzeug begreifen, mit dem sie eigene Werke schaffen - Fotosafari, Filme drehen, Musik produzieren - sei gegen den Einsatz digitaler Technik nichts einzuwenden. Begrenzt werden sollte aber der Medienkonsum am Bildschirm, also bei Fernsehen, Computer und Konsolespielen. Damit Kinder zu selbstbewussten Persönlichkeiten reifen, müssten Eltern ihren Erziehungsauftrag erweitern: Sie begrenzen den Medienkonsum dem Alter entsprechend. Im Vortrag machten Astrid und Wilfried Brüning den Eltern Mut, ihre Rolle als Erzieher aktiv anzunehmen.