Nachbarn

Lotsen durch den Förderdschungel

Von Dieter Kienitz 

Kremperheide - Die Steuerquellen sprudeln, der Staat hat Geld wie schon lange nicht mehr. Folglich werden neue Förderprogramme aufgelegt. „Oftmals wissen Unternehmen nicht, dass sie zum Beispiel für Beratungen, innovative Planungen oder Digitalisierungsvorhaben einen Zuschuss beantragen können. Um sich durch den Förderdschungel zu kämpfen, werden Experten benötigt.“ 

Das erklärte Christian Holst von der Egeb Wirtschaftsförderung beim jüngsten Wirtschaftsforum in Kremperheide. Und genau da kommen Susann Dreßler und ihre Kollegen ins Spiel. Die Förderlotsin der Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH) erläuterte einige Beispiele von lohnenswerten Förderprogrammen. Besonders ans Herz legte sie den Zuhörern die einzelbetriebliche Investitionsförderung in Schleswig-Holstein. Unternehmen, die beispielsweise neue Maschinen oder Software anschaffen, den Betrieb baulich erweitern oder auch energetisch umbauen wollen, können auf eine Förderquote bis zu 20 Prozent hoffen. Voraussetzungen sind jedoch, dass mindestens zehn Prozent neue Arbeitsplätze geschaffen und insgesamt mindestens 250000 Euro investiert werden. Bei Hotels können es auch nur 50000 Euro sein.

Gute Chancen haben auch Betriebe, die sich Beratungen fördern lassen wollen. Besonders für die Bereiche Innovationen, Personalentwicklung, Energieeffizienz und Digitalisierung gibt es verschiedene Programme, die die Beratungsleistungen maßgeblich bezuschussen. „Aber was nützt der schönste Zuschuss, wenn die Gesamtfinanzierung nicht gesichert ist“, sagte Susann Dreßler. Da setzt die Unterstützung der Fördereinrichtungen des Landes - IB.SH, Bürgschaftsbank Schleswig-Holstein und Mittelständische Beteiligungsgesellschaft (MBG) Schleswig-Holstein mbH – mit Förderkrediten, Ausfallbürgschaften und Beteiligungskapital an. So können mit dem IB.SH Mittelstandskredit Investitionen und Liquidität auch als Baustein einer Finanzierung gemeinsam mit der Hausbank über die IB.SH finanziert werden.

Manchmal fehlt es an Eigenkapital, um ein Unternehmen trotz Förderung voranzubringen. In diesen Fällen können Programme der MBG greifen. Deren Aufgabe besteht darin, die Eigenkapitalbasis der mittelständischen Unternehmen in Schleswig-Holstein zu stärken und damit unter anderem auch die Voraussetzungen zum Einwerben von Fremdkapital zu verbessern. „Wir stellen Gelder in Form einer stillen Beteiligung oder auch offenen Beteiligung - bis maximal 25 Prozent des Stammkapitals - zur Verfügung. Die Laufzeit beträgt bei einer stillen Beteiligung zehn Jahre; eine Rückzahlung ist ab dem fünften Jahr möglich“, berichtete MBG-Beraterin Eike Schurbohm.