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Mehr Lebensqualität trotz Krankheit

Von Susanne Bleckwehl

Wesselburen - In Deutschland leiden mehr als 23 Millionen Menschen regelmäßig unter Schmerzen. Tipps für Betroffene lieferten Heike Rathmann und Klaus von Glahn von der Selbsthilfegruppe Dithmarschen der Deutschen Schmerzliga im Senioren- und Bürgerzentrum.

Der Vortrag fand in Kooperation von Volkshochschule und Seniorenbeirat statt. Heinz-Wilhelm Jungkuhn, Vorsitzender des Seniorenbeirats, freute sich über die vielen Zuhörer, zu denen auch Vertreter der Stadt Wesselburen und Gäste aus Büsum gehörten. Wie immer war auch Karl-Heinz Papenfuß, Vorsitzender des Büsumer Seniorenbeirats, gekommen. Klaus von Glahn erläuterte, dass chronischer Schmerz eine eigenständige Krankheit sei, die zum Teil von Schlafstörungen, psychischen Problemen, Isolation und – im schlimmsten Fall – gar von Berufsunfähigkeit begleitet werde. Daraus entstehe oft ein Teufelskreis; denn Angst und Traurigkeit verstärkten den Schmerz. 

Der Referent klärte über die medikamentöse Schmerzbehandlung auf und wies darauf hin, wie wichtig es sei, gut vorbereitet zum Arzt zu gehen: „Dieser will Fakten haben für eine schnelle Diagnose.“ Er machte den Betroffenen Mut, zu ihren Bedürfnissen zu stehen. „Wer sich für sich entscheidet, entscheidet sich nicht gegen jemand anders“, betonte er. Heike Rathmann beschäftigte sich mit der Frage, wie man den Schmerz so positionieren könne, dass er nicht mehr im Mittelpunkt stehe und mehr Leben übrig bleibe. „Es ist wichtig, sich damit auseinanderzusetzen und den Schmerz irgendwann zu akzeptieren“, sagte sie. „In unserer Selbsthilfegruppe stärken wir uns gegenseitig. Dadurch ist mehr Licht ins Leben gekommen.“ In der nachfolgenden Diskussionsrunde waren sich alle darin einig, dass die richtige innere Einstellung zum Schmerz sehr hilfreich sei.

In der Selbsthilfegruppe werde alles streng vertraulich behandelt, versicherten die beiden Referenten. Die Gruppe treffe sich an jedem zweiten Donnerstag und vierten Dienstag im Monat ab 19 Uhr im DRK-Haus in Heide. Einmal im Jahr werde ein mehrtägiger Workshop in Breklum geboten, um kreative Wege zur Schmerzbewältigung auszuprobieren und voneinander zu lernen.

Nach dem Vortrag informierten Jungkuhn und Papenfuß über die Fortschritte beim Zusammengehen der beiden Seniorenbeiräte auf Amtsebene. Sie wollen das Thema Einsamkeit aufgreifen und auch für Menschen mit Demenz oder Erkrankungen gesellige Angebote schaffen. Wichtig sei, die Mobilität von Älteren zu erhalten. Papenfuß stellte ein Modellprojekt aus dem Harz vor, bei dem auf Abruf ein Bus zur Verfügung stehe.

Der nächste Vortrag in Zusammenarbeit von Volkshochschule und Seniorenbeirat Wesselburen beschäftigt sich mit dem Thema Demenz. Er findet am 26. März ab 16 Uhr im Gemeindehaus der Evangelischen Kirche Wesselburen statt. Referentin ist Anneke Wilken vom Kompetenzzentrum Demenz Schleswig-Holstein.