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Meister in Rekordzeit

Von Annelene Spill 

St. Michaelisdonn - Marvin Bonk hat in seinen 23 Lebensjahren sehr viel erreicht. Auf den Meisterbrief ist der Anlagenmechanikermeister für Sanitär und Heizung besonders stolz. Vom Beginn der Ausbildung bis zum Meisterabschluss vergingen nur 34 Monate.

Der St. Michler wollte 2016 nach dem Abitur am berufsbildenden Gymnasium zur Bundespolizei. „Ich habe aber schnell festgestellt, dass dieses Berufsziel doch nichts für mich ist.“ Marvin Bonk entschied sich für eine Ausbildung als Anlagenmechaniker für Sanitär und Heizung bei der Wes Haustechnik GmbH, dem väterlichen Betrieb. Er konnte das erste Lehrjahr überspringen und die Gesellenprüfung ein halbes Jahr vorziehen. Die Lehrzeit umfasste so nur 22 Monate, und der Abschluss war sehr gut. Es folgten zwei Monate Gesellenzeit und zehn Monate Meisterschule und die abschließende Meisterprüfung in Rekordzeit. 

Zugute kam dem jungen Handwerker, dass die Bedingung, zunächst Erfahrung als Geselle zu sammeln, um überhaupt zur Meisterschule zugelassen zu werden, nicht mehr besteht. Er will jetzt Erfahrung sammeln. Sein Beruf sei sehr vielfältig, „Heizung und Sanitär, Haustechnik vom Keller bis zum Dach.“ Der Bereich sei zukunftssicher. Zu beklagen sei allerdings Nachwuchsmangel. „Handwerk ist einfach nicht mehr so beliebt“, sagt Vater Oliver Bonk, der stolz auf seinen Sprössling und die Rekordzeit ist. „Diese Leistung ist schon beachtlich.“ Er sieht seinen Sohn jetzt auch in der Position, in einigen Jahren in die Geschäftsführung aufsteigen zu können. „Ich möchte dann ins zweite Glied“, so der 50-Jährige. Marvin Bonk hat seine Berufswahl nicht bereut. Zeit für Hobbys bleibe ihm auch noch. „Ich spiele leidenschaftlich Fußball, wenn es denn mal wieder los geht.“ Und: „Ich fertige gern Holzarbeiten an.“