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Nicht nur in Coronazeiten

Heide (rd) Am 21. Juni eines jeden Jahres findet der Global Day of ALS statt. Der Tag steht für die globale Hoffnung auf einen Wendepunkt in der Ursachensuche, Behandlung und Heilung der tödlichen Erkrankung Amyotrophe Lateralsklerose (ALS). Derweil wird die Welt von der Coronapandemie in Atem gehalten. 

Am Global Day of ALS bemühen sich nationale und internationale ALS-Organisationen der International Alliance of ALS/MND Association um Aufklärung und Spenden, denn ALS ist längst zum globalen Thema aller Menschen aller Länder geworden. Die Diagnosegruppe ALS der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke (DGM) machte mit einer Onlineaktion zum Global Day of ALS auf die große Gefahr aufmerksam, dass jede Infektion der Atemwegsorgane für Betroffene tödlich sein kann. Nicht nur in Coronazeiten fordern sie das Tragen von Mund-Nasen-Schutz und andere Hygienemaßnahmen bei ansteckenden Erkrankungen. Tatjana Reitzig, Vorsitzende der Diagnosegruppe: „Grundsätzlich jede Atemwegsinfektion kann für ALS-Erkrankte tödlich verlaufen. Deshalb ist das Tragen von Masken so wichtig. Weltweit ist die Verantwortung zum Tragen von Mund-Nasen-Schutz gewachsen, denn Betroffene müssen sich schützen und geschützt werden. Das sollte für alle Infektionen der Atemwege übernommen werden, nicht nur in Zeiten von Corona.“

Am 21. Juni fand eine Videokonferenz in den Räumen des DRK-Kreisverbands in Heide statt. Zu Gast waren per Video Prof. Dr. Rupp, Direktor des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein/Campus Lübeck, Direktor der Klinik für Infektiologie und Mikrobiologie, Prof. Dr. Dengler, ehemaliger Direktor der neurologischen Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover und stellvertretender Vorsitzender des Bundesvorstands der DGM, und Oberärztin Dr. Schrödter vom Beatmungszentrum der Asklepios Klinik Hamburg-Harburg. Nach wie vor ist ALS eine rasch tödlich verlaufende Erkrankung, bei der die Lebenserwartung deutlich verkürzt ist. Es sterben jährlich etwa 2000 Menschen in Deutschland. Die Coronapandemie verdeutlicht, welchem Risiko Erkrankte ausgesetzt sind und wie lebensnotwendig ein Mund-Nasen-Schutz selbst bei einer harmlosen Erkältung sein kann.