Nachbarn

Schüler drehen Trickfilm

Meldorf (rd) Konzentrierte Stille herrschte im Forum der Gemeinschaftsschule (GMS). Die Blicke richteten sich auf eine voll besetzte Stuhlreihe, die Regieanweisungen in zentimeterweises Vorrücken umsetzte und ihre kleinsten Bewegungen in professioneller Manier filmisch festhalten ließ. 

Was langsam erschien, nahm im zum Filmstudio umfunktionierten Musikraum der GMS rasante Fahrt auf. Nahezu nichts blieb dem Zufall überlassen, und die Möglichkeiten moderner Technik wurden selbstbestimmt eingesetzt. Ein Gemisch aus stolzer Technikbeherrschung, Jubel über erreichte Effekte und Diskussionen um kleinste Details erfüllten den Raum. Hinzutretende Lehrkräfte wurden von den jugendlichen Filmemachern in den Produktionsprozess hineingezogen. „Möchten Sie sehen, welche Szenen schon fertig sind?“ Ohne Antwort abzuwarten, setzte sich die Stuhlreihe auf der interaktiven Schultafel in wilder Fahrt in Bewegung, wuchs und schrumpfte, durchbrach Wände, verlor sich in der Sporthalle in einem Sprungkasten und purzelte über Weichbodenmatten. Die Begeisterung wirkte ansteckend und ließ Szenen später Schulleiterin Sabine Schwartz vor einem wie von Geisterhand leergefegten Speisetablett und Lehrerin Birte Knudsen mit einer Schaumkrone im Haar stehen. 

Durch die Zusammenarbeit mit den Initiatoren von K9, Koordination für regionale Kultur, in deren Projekten „Kultur & Bildung & Inklusion“ eine Verknüpfung finden, fanden Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe sechs gemeinsam mit ihren Lehrerinnen Birte Knudsen und Iris Alm den idealen Partner für ihre Herausforderung „Wir machen einen Trickfilm“. In der Schlussszene verschwand die rasende Stuhlreihe im großen Litfaßbook der GMS und winkte von dort aus einer Buchseite als bewegtes Bild ihrem Film-Publikum zu. Graue Trickfilm-Theorie verwandelte sich in eine fröhliche Fahrt durch das Schulgebäude. Der besondere Dank der GMS galt Ingrid Ebinal und Thomas Engel von K9 für ihre begeisternde Unterstützung des Projekts.