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Sicherheit und Zukunft

Von Laura Pollakowski

Heide - In der Aula des Werner-Heisenberg-Gymnasiums (WHG) wurden Vorträge mit anschließender Diskussion über die Sicherheit und vor allem die Zukunft der EU vor dem zwölften Jahrgang gehalten. 

Jugendoffizier und Hauptmann Danny Greulich von der Bundeswehr sowie Dr. Hans-Georg Ehrhart vom Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik der Universität in Hamburg klärten die Schüler auf und stellten sich ihren Fragen. Danny Greulich eröffnete seinen Vortrag „Auslandseinsätze der Bundeswehr -  Deutschlands Rolle in NATO, ESVP und UN“, in dem er vor allem die rechtlichen Wege für eine Legitimation von Einsätzen erläuterte, mit den Worten: „Sicherheitspolitik sollte immer friedlich vonstatten gehen, und das Militär allein kann keine Probleme lösen, sondern nur ein Teil der Lösung sein.“ Wer entscheidet darüber ob Militär eingesetzt werden darf? Welche und wie viele Streitkräfte sollen aufgestellt werden? Wie lange sollen Truppen in entsprechenden Ländern verweilen? All diese Fragen klärte Danny Greulich während seines Vortrags. Aber auch auf die Verbindung und Bedeutung der EU, der Vereinten Nationen und weiterer Organisationen wies er ausdrücklich hin. Er erklärte, dass es nicht immer leicht sei, zwischen der Notwendigkeit eines Einsatzes und der Verzichtbarkeit auf äußere Hilfe zu differenzieren, betonte jedoch die unverzichtbare Hilfsbereitschaft der einzelnen Staaten innerhalb der EU, der NATO und den UN.

Im zweiten Vortrag „Europa, quo vadis?“ ging Dr. Hans-Georg Ehrhart auf sicherheitspolitische Herausforderungen und Optionen ein. Er nannte Krisen und Probleme, wie den Brexit, Kriege in Entwicklungsländern und teilweise feindliche zwischenstaatliche Beziehung, erläuterte deren Bedeutung für die Zukunft und präsentierte positive Szenarien zum Umgang mit diesen Hürden. Auch widmete er sich der Frage, wie sich Deutschland innerhalb der EU und in der internationalen Politik positioniert. Dabei verdeutlichte er die Wichtigkeit des internationalen Zusammenhaltes mit einem Zitat von Hans Dietrich Genscher: „Europa ist unsere Zukunft, sonst haben wir keine“.

Besonders die Diskussion am Ende der Vorträge nahmen die Schüler gut an. Von Fragen wie „Welche Rolle haben die Ministerien und das Parlament bei der Legitimation von Einsätzen?“ bis „Was ist überhaupt Sicherheit?“ wurden viele Bereiche abgedeckt, und den Vortragenden gelang es stets eine passende und ausführliche Antwort zu geben. Den Fachtag beendete Dr. Hans-Georg Ehrhart mit dem Satz: „Der momentane lange Frieden in Deutschland ist nicht selbstverständlich. Er ist ein historischer Ausnahmefall und muss immer wieder aufs Neue erarbeitet werden.“ Das Werner-Heisenberg-Gymnasium freut sich schon auf weitere, kommende Fachtage.

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