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Spende geht an Wünschewagen

Von Annika Heidenreich

Heide - Besondere Gäste besuchten das Gymnasium Heide-Ost (GHO). Schülerinnen und Schüler schauten aus dem Fenster, als der Wünschewagen des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) von Koordinator Marc Wagner, Ehrenamtlicher Nina Schimansky und Jonas Priedemann, der ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) bei dem Projekt absolviert, vor der Eingangstür geparkt wurde. 

Sie kamen zum zweiten Mal, um nun einen Spendenscheck vom GHO-Weihnachtsbasar entgegenzunehmen. Zuvor waren sie mit dem Wagen beim Weihnachtsbasar Ende November vor Ort, als die Schüler der fünften bis achten Klasse fleißig ihre selbstgebastelte Weihnachtsdekoration anboten, Kuchen, Getränke und Waffeln verkauften oder mithilfe eines Glücksrads weihnachtliche Gegenstände einen neuen Besitzer fanden. Zahlreiche Besucher hörten sich Musik an, gespielt von Schülern der Bläserklasse, gewannen bei der Tombola, die die Ganztagsschule organisierte, nahmen an einem vom Förderverein organisierten Glücksspiel teil oder sprachen mit dem Weihnachtsmann. 

Das eingenommene Geld sollte wie in jedem Jahr für einen guten Zweck gespendet werden. Mit viel Engagement und Begeisterung erwirtschafteten die Jugendlichen 2770 Euro. Der Betrag kam zur Hälfte der Kinderherzhilfe in Schleswig-Holstein zugute, die sich aus etwa 130 Familien und Eltern von herzkranken Kindern zusammensetzt, die mit ihren Aktivitäten anderen Betroffenen und ihren Angehörigen Hilfe und Beistand in einer schwierigen Zeit leisten. Die andere Hälfte der Einnahmen unterstützt das Projekt Wünschewagen des ASB. 

Seit 2014 gibt es den Wünschewagen nach niederländischem Vorbild in Deutschland, seit Dezember 2015 auch einen, der in Elmshorn stationiert ist. Bis heute wurde in jedem Bundesland mindestens ein Wagen eingerichtet, insgesamt sind es 20. Im Durchschnitt - etwa ein- bis zweimal pro Woche - ist der Wagen mit Ehrenamtlichen im Einsatz, um schwerkranken Menschen aus ganz Schleswig-Holstein ihren letzten Wunsch zu erfüllen. Ob die letzte Reise an die Ostsee oder die Nordsee, noch einmal ein Spiel im Stadion des Lieblingsvereins erleben, die Fahrt ein letztes Mal zum Hamburger Hafen führt oder der lang ersehnte Fallschirmsprung ansteht, die Fahrten mit dem Wünschewagen sind „keine Fließbandfahrten, sondern immer individuell und auch mit kleinen Extras ausgestattet“, erklärte Priedemann den Klassensprechern der fünften bis achten Klassen bei der Spendenübergabe. Das Angebot ist kostenlos, und durch das durch Spenden finanzierte Projekt seien schon etwa 1000 Fahrten in ganz Deutschland erfolgt. 

Obwohl mit der Fahrt im Wünschewagen der letzte Wunsch eines schwerkranken Menschen erfüllt werde, seien es laut FSJler keine traurigen Fahrten, da die Krankheit vergessen werde und die Menschen den Tag fröhlich und glücklich verbringen. Dazu trägt auch die Ausstattung des Wünschewagens bei, die die Schüler nun begutachteten. Von außen erinnert das Fahrzeug an einen Krankenwagen, der in anderen Farben lackiert ist, doch das Innere des Wagens sieht deutlich anders aus. Eine Person kann im Sitzen und im Liegen transportiert werden, wobei eine Begleitperson und zwei von insgesamt etwa 100 Ehrenamtlichen, die die Fahrten betreuen, ebenfalls Platz finden. 

Zu beiden Seiten und sogar an der Decke sind Fenster eingelassen, damit ein uneingeschränkter Blick auf die Umgebung möglich ist. Eine blaue, mit weißen Sternen bedruckte Decke und ein dazugehöriges Kissen, die an den Himmel erinnern, und Lampen, die für Fahrten über Nacht auf eine entsprechende Beleuchtung umgeschaltet werden können, schaffen eine entspannte Atmosphäre, damit sich die Fahrgäste wohlfühlen. Ein Kühlschrank mit Getränken und Speisen sorgt für das leibliche Wohl. Die ehrenamtlichen Begleiter sind auch auf medizinische Notfälle vorbereitet und haben entsprechendes Fachwissen. Medizinische Geräte und Materialien sind vorhanden, jedoch nicht direkt sichtbar, damit die Menschen sich nicht negativ an ihre Situation erinnert fühlen.

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