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Spendenübergabe im Doppelpack

Meldorf (rd) Prof. Dr. Kristina Schädler, Präsidentin des Soroptimist International (SI) – Club Dithmarschen, den Erlös, den die Clubfrauen mit der Tombola im Rahmen des Weihnachtsmarktes im Landesmuseum Meldorf in einem gemeinsamen Termin an die Grundschule Meldorf und das Frauenhaus Dithmarschen.

Lasse Siebels (Konrektor) und Hardy Mildner (Lehrer und Medienbeauftragter) freuten sich zusammen mit Helge Borchers, externer IT-Berater an der Grundschule Meldorf, über die Spende in Höhe von 1080 Euro. Diese Summe wird die Grundschule Meldorf in insgesamt sechs Lego Roboterbausätze investieren, mit denen zunächst Schüler im offenen Ganztag der Grundschule an die Konzepte der symbolischen Programmierung herangeführt werden.

Die Pädagogen sind überzeugt, dass die paarweise durchgeführte Programmierung mit Ergebnissen zum Anfassen im Rahmen des praxisorientierten Lernens einen wichtigen Beitrag für eine bessere Kooperationsfähigkeit, Kreativität und Kommunikation sowie kritisches Denken leistet.

Die Spende in Höhe von 2000 Euro an das Frauenhaus Dithmarschen nahmen Femke Dell-Missier und Kathrin Klockgether entgegen. Mit dieser Summe wird eine Ferienfreizeit mit allen Bewohnerinnen des Frauenhauses finanziert. Dieser Reise geht die gemeinsame Planung voraus und beides stärkt den wertvollen Austausch mit und unter den Frauen und Kindern, die im Frauenhaus Schutz gefunden haben. Denn obwohl die Betroffenen ihrem gewalttätigen familiären Umfeld entflohen sind, bleibt ihr Alltag in der Regel auf nicht absehbare Zeit belastet. In der geplanten Ferienfreizeit wird es aus diesem Grund auch Themenabende geben, die dazu beitragen sollen, die persönlichen Erfahrungen aufzuarbeiten.

Aktuell sind die insgesamt 21 Plätze im Frauenhaus Dithmarschen alle besetzt. Im vergangenen Jahr lag die Verweildauer der Bewohnerinnen bei durchschnittlich zwei Monaten. Bis vor wenigen Jahren war es vor allem ein Phänomen in großen Städten, aber zwischenzeitlich ist auch in Heide bezahlbarer Wohnraum knapp geworden. Das macht die Aussicht auf ein Leben in einer eigenen Wohnung für die betroffenen Frauen und Kinder im Frauenhaus zunehmend schwierig und erschwert auch das Finden von KiTa-Plätzen immer mehr. Im Frauenhaus Dithmarschen sind insgesamt fünf Mitarbeiterinnen beschäftigt, die wie in allen Frauenhäusern ein vielschichtiges Aufgabenfeld ausfüllen müssen. Neben einer beruflichen Qualifikation kommt es dabei deshalb vor allem auf Eigenschaften wie Einfühlungsvermögen, Lebenserfahrung und Belastbarkeit an, damit sie im richtigen Moment wahlweise in die Rolle der Beschützerin, Psychologin oder Sozialarbeiterin schlüpfen können. 

Nur durch Spenden wie die des SI Clubs Dithmarschen wird es im Frauenhaus Dithmarschen möglich, Ablenkungen wie die geplante Ferienfreizeit zu schaffen, in denen die Bewohnerinnen und ihre Kinder ihre schlimmen Erlebnisse hoffentlich für eine gewisse Zeit vergessen können.