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 Strahlende Kinderaugen als Lohn

 Lieder singen, Instrumente anschauen und ausprobieren, Tanzbewegungen ausführen, klassische und moderne Musik hören und erleben – das alles lässt sich unter dem Begriff „frühkindliche Musikerziehung“ zusammenfassen. Sie dient dazu, Kinder spielerisch an die Musik, aber auch an Gesang und Tanz heranzuführen. In der Regel sei dies eine der wichtigen Aktivitäten in einem Kindergarten.

„Aber leider müssen Kindertagesstätten sich häufig in Zeiten knapper Kassen auf die Standardbetreuung beschränken. Zusatzangebote wie Sprach- oder Musikförderung sind oft nur von einem kleinen Teil der Elternschaft finanzierbar“, bedauert Eva Albers, Vorsitzende des Meldorfer Vereins Fortino, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen, um frühkindliche Musikerziehung in Kindergärten durch ausgebildete Musikpädagogen zu fördern.

Im vergangenen Jahr haben so rund 230 Kinder die Möglichkeit bekommen, Musik zu erleben und zu erfahren. Darunter Gruppen des AWO Kinderhauses in Meldorf, der Kita Löwenherz und der heilpädagogischen Kita Lautstark der Stiftung Mensch, des Kindergartens Abenteuerland in Lunden und der Kita Sterntaler in St. Michaelisdonn. Darüber hinaus unterstützt der Verein Kitas in Kiel-Gaarden, Kiel-Mettenhof und Hamburg-Wilhelmsburg. „Gerade in diesen sogenannten Problemstadtteilen beträgt der Migrationsanteil bis zu 80 Prozent. Hier erleben wir die integrative Kraft der Musik und können das Ungleichgewicht zwischen den unterschiedlichen sozialen Gruppen etwas nivellieren“, sagte Eva Albers stolz.

Rund 36000 Euro lässt sich Fortino die Maßnahmen im Jahr kosten und ist dankbar für jede Spende. Rechtzeitig zum Jahresbeginn flatterten dann auch gleich zwei Schecks ins Haus. 1340 Euro vom Verein Provinzialer helfen und weitere 1000 Euro von der Sparkasse Westholstein. „Mit diesem Betrag möchten wir gern diese kreative Arbeit unterstützen“, so Unternehmenskundenberater Martin Jätschmann. „Viele Kinder können mit drei Jahren noch nicht richtig sprechen, durch die intensive Smartphone-Nutzung der Eltern fehlt die persönliche Beziehung und die Rückversicherung über den Augenkontakt“, sagte Kollege Jan Brede.

Die positive Wirkung von Musik sei wissenschaftlich erwiesen und empirische Forschungsergebnisse untermauerten Sinn und Notwendigkeit frühkindlicher musikalischer Förderung, ergänzt der Regionalleiter der Provinzial Nord, Christoph Holtmann. „Musik unterstützt die Persönlichkeits- und Intelligenzentwicklung von Kindern auf körperlicher, geistiger und seelische Ebene.“ Holtmann hatte den hauseigenen Verein „Provinzialer helfen“ auf das Projekt aufmerksam gemacht. Jedes Mitglied zahlt einen von ihm selbstbestimmten Monatsbeitrag. Hinzu kommen Spenden zu Anlässen wie Mitarbeiterjubiläen oder Geburtstagen. Die Provinzial Nord Brandkasse AG verdoppelt dann jeden Spendeneuro. 2017 wurden so gemeinnützige Projekte mit rund 43000 Euro gefördert.

Das für Fortino gespendete Geld kommt der Anschaffung neuer Orffscher Instrumente zugute, verriet Eva Albers, die sich wünschen würde, dass der Staat die frühkindliche Erziehung finanziert. Doch bis dahin sei es wohl noch ein weiter Weg. „Solange sind wird dankbar für jeden Cent, der den Heranwachsenden die Zukunft öffnet. Strahlende Kinderaugen sind die schönste Belohnung für unsere Förderung.“

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