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Traumreise an den Gardasee

Von Monika Aschinger 

Heide - Wie in jedem Jahr unternahmen die Landfrauen eine zehntägige Fahrt, die nun an den Gardasee und in ein Hotel im Windsurfmekka Torbole führte. Nach einer Zwischenübernachtung in Langenau bei Ulm ging es nach Meran. Die malerische Stadt verwöhnte mit viel Sonnenschein und stimmte auf die Italienreise ein. 

Dann ging es in das gebuchte Hotel direkt am Fluss Sarca, mit Blick auf die östliche Steilwand des Monte Brione. Gleich am Ankunftstag machten sich etliche Mitreisende daran, den Ort zu erkunden. Viele führte der Weg zur Piazza Vittorio Veneto, heute Piazza Goethe, wo der im grünen Haus Nummer zwei 1786 eine Zeitlang wohnte. Am nächsten Tag stand eine Fahrt am östlichen Ufer des Sees, bezeichnet als Riviera der Oliven, auf dem Plan. Man bummelte durch das Städtchen Garda, das dem See seinen Namen gab, und fuhr mit zwei Privatbooten über den See bis zur Südspitze nach Sirmione, vorbei an Punta San Vigilio und den Grotten des Catull. Dort beeindruckte die wuchtige Skaligerburg mit Hafenbecken und Ringmauer. Einige nicht ganz seefeste Landfrauen fuhren mit dem Bus dorthin. Die Altstadt von Sirmione, durch enge Gassen und ruhige Plätze geprägt, animierte viele zum Cafébesuch und zum Shoppen, bevor man am Spätnachmittag nach Bardolino fuhr.

Eine Reiseführerin aus der Region übernahm die Reiseleitung zu den mittelalterlichen Dörfern Tenno, Fiave und Ponte Arche in den kleinen Brenta-Dolomiten. Sie zeigte den Gästen auch den Tennosee, zu dem die Einheimischen im Sommer fahren, wenn sie Abkühlung suchen. Die idyllische Lage und das türkisfarbene Wasser bezauberten und waren ein tolles Fotomotiv. Über die Hochebene von Campo Lomaso erreichte die Gruppe das Örtchen Toblino, wo eine Führung durch eine Weinkellerei mit Verkostung von örtlichen Weinen stattfand. Ein weiterer Höhepunkt war Madonna di Campiglio, berühmter Nobelskiort. Allerdings waren viele Restaurants und Geschäfte außerhalb der Wintersaison geschlossen.

Ein besonders sonniger Tag führte auf die Nordwestseite des Gardasees nach Limone. In dem Ort, gelegen auf mehreren Etagen, ließ es sich gut flanieren. Mit dem Boot ging es dann auf die Ostseite nach Malcesine. Auch dort war Goethe und wäre beinahe verhaftet worden, weil er sich für das Kastell interessierte und es malte, was ihn in den Verdacht brachte, ein Spion zu sein. Für viele die interessanteste Stadt der Reise war die Opernfestspielstadt Verona mit seiner Arena, dem Balkon der Julia und der zauberhaften Altstadt, die sich in einen Bogen der Etsch schmiegt. Amüsiert erfuhren die Landfrauen vom Stadtführer, dass der berühmte Balkon an der Casa Capuletti - das ist der Familienname der Julia - erst im frühen 20. Jahrhundert angebaut wurde, nachdem die Touristen immer wieder danach fragten. Dabei handelt es sich um einen historischen Sarkophag, den man im ersten Stock an die Hauswand setzte. Auch einsetzender Regen minderte die Begeisterung der Gruppe über die Sehenswürdigkeiten der Stadt nicht. Den Sonntag nutzten dann viele für die Erkundung von Riva.

Auf den Spuren eines weiteren berühmten Künstlers war man, als man in Rovereto die Kirche besichtigte, in der Mozart 1769 im Alter von 13 Jahren sein erstes Kirchenkonzert in Italien gab. Der imposante Dom der Stadt Triest beeindruckte später ebenfalls. Nach dem vielen Laufen freute man sich auf den Besuch eines Kaffeemuseums und einer Kaffeerösterei, der mit einer Tasse Espresso oder Cappuccino im angeschlossenen Café endete. Vor der Rückfahrt zum Abendessen ließ man sich in einer Destillerie ein weiteres bekanntes Produkt der Region erklären: den Grappa. Auch dort ging man nicht, ohne Kostproben der einzelnen Sorten genossen zu haben.

Auf der Rückreise nach Deutschland gab es einen Aufenthalt im malerischen Bozen, den einige auch dazu nutzten, Ötzi im Archäologischen Museum zu sehen. Heimgekommen hatte sich das Thema „Traumreise an den Gardasee“ erfüllt, wenn auch die Sonne nicht so oft schien, wie erhofft. Der mitgebrachte Wein, Grappa und Kaffee lässt alle noch eine Weile in den Genuss italienischer Lebensart kommen.