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Treffen nach 60 Jahren

Von Helmut Robitzky 

MELDORF Als 1955 die Mittelschule den bis dahin existenten Aufbauzug zur Erlangung der mittleren Reife ablöste, waren sie die ersten Schüler, die das neue Pensum bis 1961 über sich ergehen ließen. Seit mehreren Jahren treffen sie sich jährlich, mit regelmäßig etwa 20 Teilnehmern. 

In diesem Jahr stand das 60-jährige Jubiläum ihrer Schulentlassung unglücklicher Weise unter dem Einfluss der Coronapandemie. Im Vorjahr musste eine Zusammenkunft aus gleichem Grund sogar abgesagt werden, und auch jetzt verzichteten einige sonst treue Stützen des Verbundes aus Gründen der Vorsicht auf eine Teilnahme. Repräsentativ für eine Absage mag der Brief der in Kanada und damit am weitesten entfernt lebenden ehemaligen Mitschülerin Renate Erickson (geborene Schukowski) stehen, die schrieb: „Gerne würde ich zum beliebten Klassentreffen kommen, um Euch alle wiedersehen zu können. Obwohl ich schon beide Impfungen seit April hinter mir habe, zögere ich doch sehr, zu kommen. Neuneinhalb Stunden Flug allein bis Frankfurt und eine zusätzliche Stunde bis Hamburg – und alles mit Maske – das ist mir doch etwas zu viel.“

Für ihr Treffen genossen die Teilnehmer traditionsgemäß die Atmosphäre des Café Küste zum Frühstück und des Nindorfer Hofs zu Kaffee und Kuchen und Abendessen. Neben einem gepflegten lebhaften und harmonischen Austausch genossen alle nach dem Frühstück einen Ausflug an markante und bemerkenswerte Stellen in und um Meldorf. Ziele waren in diesem Jahr der Ramberg in Nindorf, der Johannisberg bei Wolmersdorf, die Windbergener Niederung und der Süderlandweg im Bereich der Nindorfer und Wolmersdorfer Tonkuhlen. Einen absoluten Höhepunkt des Treffens bildete der gemeinsame Gesang von Volks- und Fahrtenliedern und Spirituals unter rhythmischer Begleitung eines Banjos, der die Wände des Nindorfer Hofs auch dieses Mal buchstäblich zum Beben brachte. Während des Treffens fielen auch häufiger die Namen der Wegbereiter für diese fröhliche Runde, insbesondere Klassenlehrer Heinz Hohmann, Schulleiter Erich Pagel und die Lehrkräfte Hans-Jürgen Meints und Dieter Lentz. Letzterer ist der einzige noch lebende Lehrer, der aber aus gesundheitlichen Gründen an den Treffen nicht mehr teilnehmen kann.

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