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Viel Positives in der Seemannsmission

Von Christiane Sengebusch 

Brunsbüttel - Mit voller Kraft voraus, heißt es in der Seemannsmission Brunsbüttel. Sowohl Träger- als auch Förderverein legten in ihren Mitgliederversammlungen den Kurs für die nächsten zwölf Monate fest. 

Wolfgang Deters wurde offiziell zum Vorsitzenden des Trägervereins gewählt. Das Amt bekleidete er bereits seit Jahresbeginn kommissarisch, da sich der bisherige Vorsitzende Arne Sahm aus persönlichen Gründen aus der aktiven Vorstandsarbeit zurückgezogen hatte. Zur neuen zweiten Vorsitzenden wurde Sandra Petersen gewählt. Als neuer Beisitzer zog Bernd Brandt in den Vorstand ein.

Insgesamt verlief das Jahr 2018 positiv für die Seemannsmission. Im Gegensatz zu den Vorjahren gab es auf dem Nord-Ostsee-Kanal und in den Schleusen keine schweren Unfälle. „Daher mussten wir keine Notfallseelsorge leisten“, stellte Seemannsdiakon Leon Meier erfreut fest. Ebenfalls positiv: Die Seemannsmission Brunsbüttel hat jetzt mit Leon Meier und Anja Brandenburger-Meier eine Doppelspitze. Dieser Schritt war notwendig geworden, da die Verwaltungsaufgaben erheblich zugenommen haben. Generell, so betonte Meier, sei heute ein höherer Personaleinsatz im Vergleich zu den Vorjahren erforderlich.

Der Fortfall der Roaminggebühren in Europa im Juli 2017 und der Einzug digitaler Medien auf vielen Schiffen führte laut Meier dazu, dass Seeleute nicht mehr zwingend ins Seefahrerzentrum auf der Brunsbütteler Südseite kommen müssen, um mit ihren Familien per Smartphone zu kommunizieren. Vielfach nutzen sie deshalb den Landgang zu einem Stadtbummel, um Geschenke für ihre Familien zu kaufen. Die Verweildauer der Seeleute im Club ist damit kürzer geworden. „Auf diese Entwicklung müssen wir noch flexibler reagieren“, sagte der Seemannsdiakon. Zurzeit bietet der Club Tischtennis, Dart, Billard und Karaoke an, das besonders bei Filipinos sehr beliebt ist. Zudem können Seeleute bei einem Getränk einfach einmal die Seele baumeln lassen. Die Überlegungen gehen jedoch dahin, noch mehr Abwechslung zu bieten, zum Beispiel in Form von Bingospielen.

Parallel dazu haben die Schiffsbesuche nochmals an Bedeutung gewonnen. Beim Verkauf von Simkarten und der Verteilung von internationalen Zeitungen an Bord haben die Mitarbeiter der Seemannsmission die Möglichkeit, engere Kontakte zu den Seeleuten zu knüpfen und ihre Bedürfnisse, Sorgen und Nöte zu erfragen.

Ganz anders gestaltet sich die Arbeit des Fördervereins. Seine Aufgabe besteht darin, Spenden für die Seemannsmission zu akquirieren. Das Spendenaufkommen hat sich nach Angaben von Knut Frisch 2018 sehr positiv entwickelt, sodass ein neuer Bus für die Seemannsmission angeschafft werden konnte. Der Bus pendelt mehrfach am Tag zwischen der Seemannsmission und den Brunsbütteler Häfen, da er für die Schiffsbesuche und für die Seeleute als Zubringer zur Seemannsmission genutzt wird. Vorsitzender Knut Frisch kündigte an, auch in diesem Jahr einen festen Betrag zur Verfügung zu stellen, um die Heizungsanlage der Station zu sanieren sowie Reparatur- und Instandsetzungsarbeiten vorzunehmen.