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Viele spannende Duelle

Von Dirk Martens 

Büsum - Die 13. Offene Senioreneinzelmeisterschaft von Schleswig-Holstein endete damit, dass der „alte“ auch der neue König war. Am Ende der siebten Runde führten Klaus Klundt (SC Heusenstamm) und überraschend Nikolai Quiring (SV VHS Rendsburg) gemeinsam mit je sechs Punkten die Tabelle an. 

Dann kam es zum direkten Vergleich. In der Tarrasch-Variante der französischen Verteidigung griff Quiring nach zwölf Zügen fehl, was sein Gegner einen Zug später und nach nur einer knappen Stunde Spielzeit zu einem Doppelangriff mit Figurengewinn und zum Sieg nutzte. Er übernahm so die alleinige Tabellenführung. Nun war es an den Verfolgern, mit Siegen ihre Chancen auf den Turniersieg zu wahren. In spannenden Duellen wurde gefochten, und keine der Toppartien endete in weniger als vier Stunden. 

Bei der Damenwertung wurden in der achten Runde ebenfalls viele Weichen gestellt. In drei direkten Duellen setzten sich schließlich Marianne Graffenberger (Hamburger SK von 1830) gegen Emanuela Deak-Willimsky (SF Furtwangen-Vöhrenbach), Ursula Schumacher (HTC Bad Neuenahr) gegen Renate Walther (SK 1911 Herzogenaurach) und Ines Ludwig (SC Schwarz-Weiß Nürnberg Süd) gegen Elfriede Wiebke (Verein Segeberger SF) jeweils durch. Besonderes Augenmerk fiel dabei auf die Partie zwischen Elfriede Wiebke, Jahrgang 1925 im Dezember, und Ines Ludwig, Jahrgang 1925 im Juni, den zwei Turnierseniorinnen.

Katalanisch oder sizilianisch war die entscheidende Frage der neunten Runde. Ging es doch nicht nur um den Turniersieg und das damit verbundene Prestige, sondern auch um ein Preisgeld von 4000 Euro, das in sieben Wertungsklassen an 27 Teilnehmer ausgeschüttet werden sollte. Am Spitzenbrett forderte Christian Mathias Hess den Führenden Klaus Klundt in einer katalanischen Partie heraus. Bei einem Sieg hätte Hess die Führung übernehmen können, doch der Vorjahressieger hatte alles unter Kontrolle, und so einigte man sich nach 28 Zügen auf eine Punkteteilung. 

Am Verfolgerbrett schloss Dr. Bernd Baum zu Klundt auf, sodass beide 7,5 Punkte erreichten und die Zweitwertung entscheiden musste. Alle Teilnehmer blickten gebannt auf die restlichen Partien. Um einen halben Buchholzpunkt rettete Klaus Klundt seinen Vorsprung ins Ziel und sicherte sich wie im Vorjahr den Titel. Das Treppchen vervollständigte Christian Mathias Hess vor Jaap Vogel aus den Niederlanden und Walter Strobel (SK 1982 Klingenberg), alle sieben Punkte.

Bei den Damen siegte Dietlind Meinke gegen Jürgen Gottschalk, der in der achten Runde noch gegen ihre Konkurrentin Barbara Borries gewann, und war mit 1,5 Punkten Vorsprung souveräne Siegerin in der Damenwertung. Zweite wurde Barbara Borries mit 3,5 Punkten, da sie durch einen Endrundensieg gegen Herbert Ketelsen (SK Kaltenkirchen) noch an der Drittplatzierten Ines Ludwig vorbeizog.

Werner Szenetra (SV Berenbostel) und Bernard Leiber (SV Osnabrück) belegten Platz zwei und drei in der Wertung der über 75-Jährigen.

Aus heimatlicher Sicht besonders wichtig war, wer die Wertung der besten Schleswig-Holsteiner anführte. Der Co-Führende nach der siebten Runde, Nikolai Quiring, hatte mit einem halben Punkt Vorsprung vor Joachim Neumann (SC Agon Neumünster) die besten Karten, die Wertung zu gewinnen. Trotz einer Endrundenniederlage gegen Jarl Henning Ulrichsen (Trondheim Sjakkforening, Norwegen) verteidigte Quiring den Platz an der Sonne. Er siegte vor Neumann mit je sechs Punkten aufgrund der besseren Zweitwertung vor dem Kadertrainer der schleswig-holsteinischen Jugend Wolfgang Krüger (Möllner SV), Jan Klügel (SV VHS Rendsburg), Herbert Nachtkamp (SK Norderstedt von 1975) und Manfred Zimmermann (Kieler SG von 1884) mit je 5,5 Punkten.

Die letzten Preise gingen an die Spieler, die innerhalb ihrer Spielstärkengruppe ein besonders erfolgreiches Turnier spielten. In der Kategorie mit einer ELO, Einstufung, unter 2000 setzte sich der beste Schleswig-Holsteiner, Nikolai Quiring, an die Spitze. In der Kategorie ELO unter 1800 fing Karl Schmitt (SF 1923 Bergisch Gladbach) den bis dahin Führenden Dieter Prause (Schachklub Delbrück) ab. Letztlich wurden die Sieger in der Kategorie ELO unter 1600 benannt. Jürgen Gottschalk setzte sich durch. 

Die Turnierleitung um Gerhard Ihlenfeldt, Seniorenreferent des Schachverbands Schleswig-Holstein, Andrè Sterley, Dirk Martens und Rüdiger Schäfer, Präsident des Schachverbands SH, bedankte sich bei allen Beteiligten für den reibungslosen Ablauf der 13. Offenen Senioreneinzelmeisterschaft. Die Gemeinde Büsum ermöglichte in Zusammenarbeit mit der Tourismus Marketing Service (TMS) die Nutzung des Spiellokals. Dank richtete sich an das Personal der TMS für die schnelle und unkomplizierte Hilfe bei vielen kleinen Dingen, ohne die ein solches Turnier nicht durchzuführen wäre.