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Warum dauert das so lange?

Von Monika Wagner

Brunsbüttel - Mitglieder des Unternehmensverbandes Unterelbe-Westküste (UVUW) besuchten das Kernkraftwerk Brunsbüttel. Der Besuch stand unter dem Thema des Rückbaus eines Kernkraftwerkes. Zehn bis 15 Jahre veranschlagt Vattenfall für diesen Prozess. 

Warum dauert das so lange? Was bedeutet die Freimessung von Materialien? Wie kann eine kerntechnische Anlage dem Wertstoffkreislaufgesetz folgen? Wie viel Zeit beansprucht der Rückbau tatsächlich? All diese Fragen wurden im Rahmen der Besichtigung gestellt und beantwortet. Markus Willicks, Leiter der Anlage, stellte das Kernkraftwerk im Einzelnen vor. Abgeschaltet wurde es bereits im Sommer 2007. Fünf Jahre später erfolgte die Antragsstellung auf Stilllegung und Rückbau. Nach weiteren fünf Jahren war 2017 die Brennelementfreiheit hergestellt und ein weiteres halbes Jahr später, im Februar 2018, die Brennstofffreiheit. Ebenfalls 2018 wurde der erste Spatenstich für ein Lager für schwach- und mittelaktive Abfälle gemacht. Ende des gleichen Jahres begann der tatsächliche Rückbau. Zum Jahreswechsel wurde nun das Rückbauhandbuch in Kraft gesetzt. Erst 2033 kann mit dem Abriss des Gebäudes begonnen werden. Wann an der Stelle des Kernkraftwerks wieder eine grüne Wiese zu sehen sein, kann man heute noch nicht voraussagen. Ken Blöcker, Geschäftsführer des UVUW: „Wir sind nachhaltig beeindruckt von der Fülle der Maßnahmen und dem damit verbundenen erheblichen Zeitrahmen, bis der Rückbau tatsächlich fertiggestellt ist. Die Auswirkungen des Ausstiegs aus der Kernenergie wurden uns hier eindringlich vor Augen geführt.“