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Weihnachtspäckchen für Seeleute

Von Kurt-Ewald Finke 

Heide - Ein Herz für Seeleute zeigen die Mitglieder der Marinekameradschaft (MK) Heide, indem sie Weihnachtspäckchen für NOK durchfahrende Seeleute zusammenstellten. Ein kleines Geschenk, eine kleine Aufmerksamkeit für Menschen, die an Bord der Schiffe meist unsichtbar bleiben und doch 90 Prozent aller Güter weltweit transportieren. 

Trotz moderner Technik ist das Leben von Seeleuten auch heute noch hart und entbehrungsreich. Viele Seeleute sind monatelang von ihren Familien getrennt, leben auf engstem Raum zusammen, mit Menschen verschiedener Kulturen, und sie arbeiten an 365 Tagen im Jahr. Feiertage wie Weihnachten gibt es nicht. Wegen der Coronapandemie sind Seeleute weltweit an Bord ihrer Schiffe seit Monaten in Zwangsquarantäne. Noch immer sitzen viele Tausend Seeleute auf ihren Schiffen fest, weil sie wegen der Coronakrise nicht in ihre Heimatländer können, auch zu Weihnachten nicht. Keiner darf von Bord, keiner an Bord. Trotz vielfältiger Appelle hat sich ihre Lage bislang nicht wirklich verbessert.

Um den Seeleuten zu Weihnachten eine kleine Freude zu machen und ihnen zu zeigen „Wir sehen euch, wir denken an euch“ starteten die Mitglieder der MK Heide die Geschenkaktion. Als ein „Alle Mann Manöver“ war die Aktion geplant. Kontaktbeschränkungen und Coronaauflagen machten ein Treffen aller Mitglieder aber unmöglich. Mit einer großen Helferschar setzte die MK die Aktion „Weihnachtspäckchen für die Seeleute“ dennoch an vielen Tagen und Orten und dank großzügiger Sach- und Geldspenden um. Kinder der Spielstunde Weddingstedt unterstützten die Aktion. Die drei- bis fünfjährigen Mädchen und Jungen bastelten kleine Geschenke und weihnachtliche Dekorationen unter Anleitung ihrer Betreuerinnen Fee Dobslaw und Carolin Peters. Diese kleinen Basteleien geben den Weihnachtspäckchen etwas Persönliches. Rechtzeitig zum Nikolaustag wurden sie dem Leiter der Deutschen Seemannsmission in Brunsbüttel, Seemannsdiakon Leon Meier, überbracht.

MK-Vorsitzender Kurt-Ewald Finke dankte allen Spendern und Helfern. Der Vereinschef fuhr mit Karl-Otto Hennings und Rainer Horstmann und zwei Marinejugendmitgliedern zur Seemannsmission. Dort wurden mit vielen ehrenamtlichen Helfern weitere 1200 Päckchen verpackt. In der Adventzeit verteilt die Seemannsmission die Geschenke. Toilettenartikel des täglichen Bedarfs, Mützen, Handschuhe sowie weihnachtliches Naschwerk, Kekse und Selbstgebackenes sollen den Seeleuten ihre Weihnachtstage fern der Heimat erträglicher machen. Auch andere Marinekameradschaft des Deutschen Marinebundes helfen jedes Jahr mit und bringen zahlreiche Päckchen und warme Herrenkleidung nach Brunsbüttel. „Viele der ausländischen Seeleute frieren, weil sie das Klima von zu Hause gar nicht kennen“, erklärt der Seemannsdiakon.