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Zumindest drei Meisterschaftsläufe

Von Werner Thießen 

Heide - Es hätte in diesem Jahr alles so schön werden können. Der Heider Motorrad Club (HMC) im ADAC besteht seit 70 Jahren und hätte das Ereignis im Juni an seinem großen Trial-Wochenende mit dem 100. Dithmarscher Motorrad Trial gebührend feiern wollen.

Doch dann kam Corona, und die weltweite Pandemie erlaubte vorerst keinen Sport, das Leben stockte in vielen Bereichen, die regionalen Meisterschaften sowie die Nord Cup Serie wurden abgesagt. Ab August durfte Sport in einigen Bereichen unter strengen Hygieneauflagen wieder stattfinden. So konnten nun zumindest drei Clubmeisterschaftsläufe mit Gästen stattfinden. Für diese Veranstaltungen wurden sieben Sektionen mit jeweils fünf verschiedenen Spuren abgesteckt.

Vor dem ersten Veranstaltungstag hatte es die ganze Nacht geregnet. Am Morgen folgten schwere Hagelschauer mit sintflutartigem Dauerregen und Gewitter. Der Start war für 13 Uhr vorgesehen, aber wer schickt schon bei seinem 100. Trial die Punktrichter und die Fahrer ins Unwetter? Gegen 15 Uhr ließ der Regen nach, das Wasser hatte sich den Weg nach unten ins Gelände gesucht und dort einen See entstehen lassen. Bei der Fahrerbesprechung wurden fünf Gruppen eingeteilt, die sich gegenseitig an den Sektionen bewerteten. Die Prüfungen waren eher schwer gesteckt, und die Wetterbedingungen taten ein Übriges. So häuften sich die Fehlerzahlen im Laufe der auf drei Runden verkürzten Veranstaltung. Bei der Siegerehrung gab es Sachpreise für die Gastfahrer. Die Clubfahrer werden ihre „Schinkenbretter“ mit Plaketten der Clubläufe am Ende der Saison erhalten.

Am Sonntag blieb es während der Fahrzeit von 11 bis 15 Uhr trocken. Das machte das Fahren in den Sektionen aber nicht leichter. Dieses Mal waren die umgesteckten Sektionen in vier Runden zu durchfahren. Dabei hatten die Leistungsklassen (LK) 2 bis 4 mehrmals aus circa 30 Zentimeter tiefem Wasser hohe Stufen zu erklimmen, was in der letzten Runde aufgrund immer weicher werdendem Boden und tieferen Spuren kaum noch gelang.

Für den Sonntag des folgenden Wochenendes wurden aus den noch vorhandenen Prüfungen wiederum sieben ausgewählt, diese umgebaut oder entgegengesetzt in vier Umläufen gefahren. Trotz des guten, sonnigen Wetters war der Schwierigkeitsgrad in einigen Sektionen wieder für alle Leistungsklassen hoch angesetzt. Am Ende des Tages waren alle froh, überhaupt die Möglichkeit zum Fahren unter Wettbewerbsbedingungen gehabt zu haben, und bei dem einen oder anderen fehlte in diesem Jahr auch etwas Training.

In die Wertung kamen Fahrer, die mindestens an zwei der drei HMC-Wertungsläufe teilgenommen hatten. Clubmeister 2020 wurde Thore Thießen. Er startete in der LK 2 (Experten). Jugend-Clubmeister war Fabio Sacht. Die LK 3 (Spezialisten) ging an Ralf Löding vor Malte Thießen und Finn-Lucas Coltzau. In der LK 4 (Fortgeschrittene) siegte Werner Thießen vor Richard Delfs. Torben Krakow gewann die LK 5 (Einsteiger). Zweiter wurde Jan Haushahn vor Nils Pietsch. Die LK 6 (Neulinge) gewann Stefan Lohf vor Quang Son Le. Bei den jugendlichen Fortgeschrittenen (LK 4) siegte Fabio Sacht vor Bennet Wandrowski und Rouven Guldager. In der LK 5 (jugendliche Einsteiger) erreichte Lewin Gimbel den ersten Platz, gefolgt von Niclas Otto, Matthis Braun, Raik Braun und Jaako Löding. In der LK 6 (jugendliche Neulinge) siegte Leonie-Sophie Henkel.