- Wort zum Sonntag -

Seeblick

Am Hafen liegt ein Fischer in seinem Boot und döst. Ein Tourist taucht auf und macht Fotos. Klick. Klick. Klick. Das weckt den Fischer. Sie werden heute einen guten Fang machen, redet der Tourist los. Kopfschütteln des Fischers. Das Wetter ist günstig. Der Fischer nickt. Sie fahren nicht raus? Nein. Der Tourist wird nervös. Sie fühlen sich nicht? Ich fühle mich großartig. Warum fahren Sie dann nicht raus? Weil ich schon draußen war. Guter Fang? Ja, sehr gut. Aber wenn Sie nun nochmal rausfahren – Sie würden noch mehr fangen! Der Fischer nickt. Und das jeden Tag? Sie würden sich bald ein zweites Boot kaufen können, ein Kühlhaus, eine Räucherei, ein Fischrestaurant – und dann...! Was dann? fragt der Fischer. Dann, sagt der Tourist, könnten Sie beruhigt in der Sonne dösen. Aber das tue ich ja schon, sagt der Fischer. Nur Ihr Klicken hat mich dabei gestört. - So geht’s: Gebt acht! Hütet euch vor jeder Art von Habgier. Denn auch wenn jemand im Überfluss lebt: Sein Leben hängt nicht von dem ab, was er besitzt. (Lukas 12, 15)

Pastorin Ina Brinkmann, Büsum

Weitere Artikel