- Wort zum Sonntag -

Wenn die Nacht am tiefsten

Wochenspruch: Lasst eure Lenden umgürtet sein und eure Lichter brennen“ (Lk. 12,35) 

Es war stockfinster, als wir vom tiefsten Punkt der Erde aufbrachen. Über Geröll und kahlen Fels stiegen wir vom Toten Meer hinauf nach Masada. Die Bergfestung ist ein Symbol für die jüdische Unbeugsamkeit gegen die Römer. Oben angekommen, sahen wir die Sonne über Jordanien und der judäischen Wüste aufgehen – wunderschön.

„Wenn die Nacht am tiefsten ist, ist der Tag am nächsten“, sang Rio Reiser. Die Stunde vor Sonnenaufgang ist dunkel. Sie steht aber auch für die Bereitschaft zum Aufbruch. Wenn es am dunkelsten ist, machen sich Menschen bereit. Für eine Reise, eine Schlacht oder ein Fest. Jesus fordert uns auf, uns gerade in dunkler Stunde zum Aufbruch zu rüsten. Er steht bereit, geht in der Dunkelheit voran. Er selbst erhellt uns den Weg. Auch jetzt, in der dunklen Jahreszeit, wenn sich die Gedanken schnell verdüstern. Bereit sind wir, wenn wir uns nah an Jesus halten. Dann ist der Sonnenaufgang nicht mehr fern.

Simon Laufer, Pastor i. E. in Büsum

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