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Zukunft von Bürgerwindparks

Von Carsten Friede

Heide - Mehr als 100 Teilnehmer diskutierten beim fünften Green Energy Workshop der Fachhochschule (FH) Westküste über die Zukunft von Bürgerwindparks. 

Nachdem die Bundesnetzagentur im Mai die erste Ausschreibungsrunde für die Förderung neuer Windenergieanlagen abschloss, lud die FH Westküste zu einer Zwischenbilanz mit ausgewiesenen Experten ein. Jan-Kristof Wellershof vom Bundeswirtschaftsministerium in Berlin stellte das Ergebnis der ersten Ausschreibungsrunde für Windenergieanlagen an Land im Einzelnen dar. 96 Prozent aller Zuschläge seien an Bürgerenergieprojekte gegangen. Das sei erheblich mehr als erwartet worden sei. Vor diesem Hintergrund prüften die Bundesnetzagentur und das Umweltbundesamt derzeit genau, ob es sich bei den bezuschlagten Projekten um „echte“ Bürgerenergieprojekte handele. Erste Ergebnisse seien kurzfristig zu erwarten. Nach der Bundestagswahl im September werde dann entschieden, ob die bislang vorgesehenen Privilegien für Bürgerenergiegesellschaften geändert oder eingeschränkt werden.

Matthias Frauen, Geschäftsführer der Windplan GmbH & Co. KG aus Heide, beleuchtete das Ergebnis der ersten Ausschreibung für Windenergieanlagen aus Sicht eines Projektentwicklers. Er wies darauf hin, dass offenbar die Ausnahme zur Regel geworden sei. 96 Prozent aller erfolgreichen Bieter hätten als Bürgerenergiegesellschaften bereits einen Zuschlag erhalten, obwohl sie noch keine Genehmigung für ihr Projekt hätten. Vor diesem Hintergrund sei abzuwarten, wie viele der Projekte überhaupt realisiert würden. Zudem appellierte Frauen eindringlich an die Politik in Schleswig-Holstein, die Regionalplanung schnellstmöglich zu finalisieren, damit neue Windprojekte realisiert werden könnten.

Ilka Hoffmann, Projektleiterin bei der Stiftung Umweltenergierecht in Würzburg, ging abschließend auf rechtliche Fallstricke bei der Gebotsabgabe durch Bürgerenergiegesellschaften ein. Diskutiert wurden insbesondere die praktischen Schwierigkeiten, die sich aus einer Beteiligung von Privatpersonen an mehreren Bürgerwindgesellschaften ergeben können.

Die Organisatoren der Green Energy Workshops, die Professoren Reiner Schütt und Christian Buchmüller, zeigten sich im Anschluss an die Veranstaltung zufrieden: „Die Rahmenbedingungen für Erneuerbare-Energien-Projekte werden immer komplexer. Mit unseren Workshops wollen wir – ebenso wie mit unseren Studiengängen – zum Wissenstransfer in die Energiebranche in Schleswig-Holstein und der Metropolregion Hamburg beitragen.“