Abschied von „Erheiterung“

Meldorf Hans-Gerd Heide Freitag, 3. Dezember 2021



Die Bürgergilde feierte einen Bayerischen Abend und ihren Abschied von der „Erheiterung“. 2021 hätte das Jubiläumsjahr der Bürgergilde werden sollen, ist sie doch jetzt 450 Jahre alt und damit der weitaus älteste Verein „unserer schönen Stadt“.

Aber der Mensch - und die Gildebrüder - denkt, aber jeder weiß es, Corona lenkt. Deshalb war in diesem Jahr nur die Fahrradtour möglich. Das eigentliche Jubiläumsgildefest musste ausfallen. Dennoch ließ die Pandemie einen Lichtblick: Die Bürgergilde konnte einen Bayerischen Abend feiern. Sie genoss ein leckeres bayerisches Büfett und bayerisches Oktoberfestbier. Zu einem zünftigen Bayerischen Abend gehörte natürlich auch der Anstich eines Bierfasses. Dieser Aufgabe unterzog sich unter dem Jubel der Gildefamilie der Erste Ältermann Michael Jannsen, der das Fass mit drei Hammerschlägen anstach. Auf diese Aufgabe hatte er sich mit der Hilfe von Youtube vorbereitet, einen Tipp eines bayerischen Wirtes beherzigte er jedoch nicht. Der hatte nämlich gemeint, die Leute müssten etwas zu lachen haben. Deswegen müsse das Bier auch spritzen. Das tat es nun nicht, aber das tat der Freude keinen Abbruch.

Im vollbesetzten Saal der Erheiterung ließen sich Gildeschwestern und -brüder das Essen munden, umrahmt von den Klängen der Hohner Dorfmusikanten. Viele muntere Gespräche machten deutlich, dass die Gildefamilie sich nicht von den Widrigkeiten eines Coronajahres unterkriegen lässt. Eigentlich war der Bayerische Abend als Abschied vom Jubiläumsjahr geplant, nun war er aber der Abschied der Bürgergilde von der Erheiterung, die mit dem Ablauf des Jahres schließt. Sie war über Jahrzehnte der zentrale Ort des Gildefestes mit Königs- und Königinnenschießen sowie Bällen. Die Meldorfer Bürgergilde bedankte sich von ganzem Herzen bei Familie Böhe für ihre jahrzehntelange Hilfsbereitschaft, Gastfreundschaft und Treue zur Gilde und für ihren Gildegeist.