Meister bilden Sieger aus

St. Michaelisdonn Silke Stabenow Dienstag, 28. Juni 2022



Leidenschaft, Fokus und Disziplin zeichnen Marcel Bader aus. Schon während seiner Ausbildung sprudelte er vor Ideen und baute seine Fähigkeiten durch eigene Projekte stetig weiter aus. So kam es, dass er einen Barhocker entwarf.

Mit runden und geschwungenen Formen sollte die Schlichtheit des Materials Holz zur Geltung kommen. Eine Fase verleiht dem Design eine gewisse Leichtigkeit und die daraus resultierende Schattenbildung gibt dem Ganzen eine besondere Tiefe. Mit diesem eigens kreierten Stück nahm er im zweiten Lehrjahr am Wettbewerb „Holz bewegt“ teil und konnte den Preis Produktqualität für sich gewinnen.

Mit dem Ende der Ausbildung zum Tischler steht für alle Lehrlinge der Bau eines Gesellenstücks an. Schon früh hatte Marcel Bader seine Idee im Kopf. Es sollte ein Schreibtisch mit einem besonderen Clou werden. Um Chaos auf dem Schreibtisch einfach verschwinden lassen zu können, sollte der hintere Teil der Schreibtischfläche mit Fächern versehen werden, sodass sich dieser Teil später mittels eines Motors herunterfahren lässt, damit wieder eine einheitliche Oberfläche entstehen kann. Inspiriert wurde er von der Hobelbank. Auch dieses Stück überzeugt neben technischen Raffinessen mit seiner Schlichtheit. Für diese tolle Leistung wurde Marcel Bader als Innungsbester ausgezeichnet und konnte auch den Wettbewerb „Gute Form“ für sich entscheiden. Damit qualifizierte er sich für den Landeswettbewerb und schließlich auch für die Deutschen Meisterschaften des Tischlerhandwerks in Trier. Dort konnte Marcel Bader den dritten Platz belegen. Mit seinem Gesellenstück und dem Barhocker hatte er sich zudem für den DDS-Wettbewerb beworben und wurde auch belohnt und gewann ein Preisgeld.

"Marcel Bader ist ein junger, ruhiger, bescheidener Mann, der aus Namibia zu uns kam, um in Deutschland seine Ausbildung zum Tischler zu machen. Wir haben die Zeit mit ihm sehr genossen und freuen uns über seine handwerkliche Leidenschaft und seine positive Einstellung gegenüber der Ausbildung. Handwerk ist cool und Handwerk kann richtig was. Der Abschied ist uns daher nicht leicht gefallen. Um seinen Meister zu machen und weitere Erfahrungen zu sammeln, ist Marcel Bader nun im Süden Deutschlands. Wir sind gespannt, auf seine nächsten Projekte und wünschen ihm für seinen weiteren Lebensweg alles Gute", sagen Silke und Torsten Stabenow.

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