Klimabaum feiert Geburtstag

Epenwöhrden Redaktion Donnerstag, 12. Mai 2022



Genau in der Mitte Dithmarschens steht der offizielle Klimabaum Nummer eins, den die Stiftung Klimawald 2011 gemeinsam mit der Gemeinde und dem damaligen Kreispräsidenten Karsten Peters pflanzte. Der Baum feierte nun seinen elften Geburtstag, erstmals wieder mit einem kleinen Festakt und Gästen.

Der erste Klimabaum steht für elf Jahre Zuversicht und Klimaschutz. Er gedeiht in der genauen geografischen Mitte Dithmarschens prächtig. Getreu dem Motto der gemeinnützigen Stiftung Klimawald „Gemeinsam Zukunft pflanzen“ ist er ein sichtbares Zeichen für den Klimaschutz. Vor der Pflanzung der prächtigen Stieleiche und damit sichtbaren Markierung war die Mitte Dithmarschens wohl nur Eingeweihten bekannt, aber nicht öffentlich publiziert oder markiert. Martin Grikschat vom Vorstand der Stiftung, der hauptberuflich als Ingenieur arbeitet, hatte die Stelle an der Landesstraße 147 in Epenwöhrden als das Herz Dithmarschens ermittelt. Die genauen Koordinaten lauten 54.12720 N und 9.11265 E. Diese Berechnung wurde vom damaligen Katasteramt Meldorf bestätigt.

Seit dem 4. Mai 2011 kennzeichnen die Stieleiche als offizieller Klimabaum No. 1, ein großer Findling und ein dazugehöriges Schild das Zentrum des Kreises. Mittlerweile ist der Klimabaum auch für Dithmarscher und Urlauber ein beliebtes Ausflugsziel und Magnet. Täglich kommen viele Gäste, oft mit dem Fahrrad, um sich die Mitte Dithmarschens und den Klimabaum anzuschauen und die schöne Gegend zu genießen. „Bislang haben wir jeden Pflanzgeburtstag, gemeinsam mit der Stiftung Klimawald, gemeinsam mit vielen Bürgern gebührend gefeiert“, sagt Bürgermeister Henning Staack. „Bedingt durch die Coronapandemie und die damit einhergehenden Distanzregeln konnten wir den neunten und zehnten Pflanzgeburtstag leider nicht wie gewohnt in großer Runde feiern.“ In diesem Frühjahr war es nun wieder so wie früher.

Die Gemeinde ist sehr stolz auf den Klimawald und sieht in ihm auch ein Zeichen der Zuversicht in diesen ungewöhnlichen Zeiten. Stehen Bäume doch auch für Beständigkeit, gehören zu den „friedlichen“ Lebewesen, strahlen Ruhe aus und geben so manchem Menschen Geborgenheit, Kraft und Ruhe. Zudem trotzen sie über Jahrhunderte auch schwierigsten Episoden. Alf Jark vom Vorstand der Stiftung Klimawald und zeitgleich Stifter, berichtet, dass deutschlandweit mittlerweile 21 offizielle Klimabäume gepflanzt wurden. Dem ersten Baum folgten weitere zig-tausend Bäume, die die Stiftung mit Hilfe der Bürger und auch Dank ihrer Spenden pflanzte. Die jüngste Pflanzung erfolgte im Winter im Klimawald No. 13 in Ellerbek im Kreis Pinneberg.

Die Stiftung Klimawald, die im September zwölf Jahre alt wird, arbeitet komplett ehrenamtlich. Sie verfolgt das Ziel, mehr Bäume wachsen zu lassen, denn diese spielen fürs Klima eine wichtige Rolle. Sie pflanzt im Norden Neuwälder. Damit soll der Klimawandel auf natürlichem Weg abgemildert werden. Das Gas Kohlendioxid, CO2, gilt als einer der Hauptverursacher der Klimaerwärmung. „Bäume gehören zu den besten CO2-Fängern der Erde und schließen dieses treibhausfördernde Gas als festen Kohlenstoff bei der Holzbildung ein“, so Oberforstrat i.R. Franz Isfort, ebenfalls Stifter. Die neu entstehenden Klimawälder werden zu CO2-Senken, weil sie im beachtlichen Maß den gasförmigen Kohlenstoff binden und mit einem dahinter liegendem Bewirtschaftungskonzept über mehrere hundert Jahre der Atmosphäre entziehen. Isfort: „Wälder waren und sind der natürliche Sonnenschirm der Erde. Dieser Schirm hat jedoch ganz erhebliche Löcher bekommen. Auch weil aktuell weltweit immer noch Wald verschwindet. Mit den neuen Klimawäldern, kann dieser natürliche Schutz wieder aktiviert werden“. Jark ergänzt: „Allein zehn Quadratmeter neuen Waldes holen über ein Baumleben von 100 Jahren im Schnitt mindestens eine Tonne Kohlendioxid aus der Atmosphäre und binden es im zuwachsenden Holz auf ganz natürlichem Weg.“

Die Stiftung Klimawald unterliegt staatlicher Aufsicht. Damit ist garantiert, dass alle Finanzmittel und Vermögenswerte ausschließlich zur Realisierung der Stiftungsidee eingesetzt werden. Jeder kann mithelfen. Bürger und Unternehmen können mehr Klimawald möglich machen, indem sie zum Beispiel 45 Euro spenden, um damit mindestens zehn Quadratmeter zusätzlichen Klimawald neu entstehen zu lassen. Darüber hinaus ist es möglich seine Spende einem lieben Menschen zu widmen, um so ein ganz besonderes Geschenk von bleibendem und besonderem Wert zu machen. Nähere Informationen gibt es auf www.stiftung-klimawald.de.