Abiturjahrgang 1967 trifft sich

Marne Günther Boritzka Mittwoch, 22. Juni 2022



Vor genau 55 Jahren begann für den Abiturjahrgang 1967 am Gymnasium in Marne ein neuer Lebensabschnitt. Ausgerüstet mit dem traditionellen Bauernstab durch den damaligen Bürgermeister Puls, galt es auch in diesem Jahrgang für fast alle, zunächst  Abschied von der Heimat zu nehmen. Der Jahrgang traf sich aber regelmäßig alle 10 Jahre - seit 2007 alle 5 Jahre - in Dithmarschen zu einem jeweils aktuellen 3-Tagesprogramm. Dieses Mal erwies sich die Vorbereitung coronabedingt als besonders schwierig.

Auf eine Wiederaufnahme der Fährverbindung durch die heimatliche Elbmündung nach Cuxhaven und zurück hoffte das Organisationsteam noch bis Anfang diesen Jahres. Auch das Yachthafenrestaurant an der Kanalfähre in Brunsbüttel gibt es nicht mehr. Im Februar begann der Krieg in der Ukraine mit allen energiepolitischen Konsequenzen. Da Dithmarschen sich in den letzten Jahrzehnten zu einem Schwerpunkt der Energieerzeugung entwickelt hat, wurde uns klar, dass die Erdölförderung in der alten Heimat aktuell eine wichtige Rolle einnimmt, die bisher bei den meisten wenig Beachtung gefunden hat. Genau dieses Thema wurde nun in den Mittelpunkt des 3-tägigen Treffens gestellt.

Nach einem Treffen ,,Op'n Diek" in Neufeld gab es bei zünftigem Krabbenbrot, Neufelder Bratkartoffeln und Dithmarscher Pils bereits lebhafte Gespräche zum Wiedersehen und zum Programm. Aus der 36 Personen starken Gruppe konnten am Vortrag jeweils 15 im Mittelplate-Infopoint beim Kurzentrum und an der Führung durch die Ölaufbereitungsanlage Schwienskopp an Friedrichskoog-Spitze teilnehmen. Umso interessierter war dann auch diese Auswahl der Teilnehmer. Unter ihnen inzwischen in der Regel bereits pensionierte, aber qualifizierte Fachleute, die den Dingen unter Führung hochmotivierter Mitarbeiter von Wintershall Dea im wahrsten Sinne des Wortes gedanklich auf den Grund in 2.000 bis 3.000 m Tiefe gehen konnten. Von da kommen aus Deutschlands größter Lagerstätte Jahr für Jahr rund zwei Million Tonnen Öl - neben anderen Produkten genug für 28 Millionen Liter Benzin und Heizöl und zusätzlich 113 Millionen Liter Diesel.

Tief beeindruckt von der technischen Leistung der Anlagen auf höchstem Sicherheitsniveau und der komplexen Verflechtung über Pipelines mit der Chemieindustrie in Brunsbüttel und der Raffinerie in Heide/Hemmingstedt waren dieses spannende Themen in der Gruppe. Natürlich gehörten in Friedrichskoog eine Wattwanderung, der Besuch der fast fertigen Seehundstation am damaligen Hafen, ein Krabbenbrot am Kiosk von Urthel und ein Eis in der beliebten Eisdiele an der Spitze dazu.

Abends wurde die Gruppe im Sportbistro von Familie Borchers in Brunsbüttel dann nochmal richtig munter. Nach leckerem Grillbuffet bei Kaiserwetter machten 4 Ehemalige selbst Musik, die zum Mitsingen einlud: Peter Paulsen, Dieter Wohld, Elvira Bielenberg (Gräber) mit Jendrian und Michael Maaß haben uns diesen schönen Teil der Feier ermöglicht. Mit großem Hallo wurde eine von Wolfgang Westphal zusammengestellte Beamershow mit Fotos von früher begleitet.

Als Stützpunkt hatten 17 der 36 Teilnehmer Quartier im Brunsbüttler Schleusenhotel bezogen. Dort gab es - wie auch schon bei den letzten Treffen - jeweils ein gemeinsames ausgiebiges Frühstücksbuffet. Insgesamt waren sich alle einig: Die Dithmarscher Heimat bleibt ein Zuhause, auf das man stolz sein kann. In 5 Jahren wollen alle dann zum 60-jährigen Abiturjubiläum. Auch dafür lohnt es sich, gesund zu bleiben. Bis dahin: alles Gute und auf Wiedersehen.