GMS setzt Präventionsarbeit fort

Meldorf Redaktion Dienstag, 4. Januar 2022



Die Coronavirus-Pandemie ließ die stationär behandelten Essstörungen wie Bulimie, also Ess-Brech-Sucht, und Anorexie, also Magersucht, laut einer aktuellen Studie der DAK-Gesundheit unter Jugendlichen merklich ansteigen.

Kreisen Gedanken immer häufiger nur noch um Essen oder Nichtessen, ist eine ernst zu nehmende Alarmstufe erreicht. Doch dieses Alarmsignal zu erkennen, fällt in einer Zeit der boomenden Diätindustrie immer schwerer. Und dann fehlt noch der Schritt vom Erkennen zum Aufsuchen von Hilfe. Seit Jahren unterstützt die AOK die Präventionsarbeit an Schulen durch ihr Theaterprojekt „Püppchen“. Am Ende der Aufführung erkennt Protagonistin Lena ihre verzweifelte Situation und sucht Hilfe. Shirin, ihre Freundin, ist noch nicht so weit. Es bleibt am Ende offen, welchen Weg sie nehmen wird. Seit 2016 wird „Püppchen“ Jahr für Jahr als ein unterstützender Zugang zum Thema Essstörungen und ihren möglichen Entwicklungen an die Gemeinschaftsschule (GMS) geholt, und zwar für die achte Jahrgangsstufe. Einzig in 2020 musste die Aufführung wegen der Pandemie abgesagt werden und riss damit eine Lücke in die Präventionsarbeit.

Die beiden Schauspielerinnen aus Hamburg, in diesem Jahr Kristin Baumgartl-Perndl und Sandra Evans, überzeugten wie ihre Vorgängerinnen in „Püppchen“ durch ihre Wandelbarkeit und ließen keinen Jugendlichen von der Thematik emotional unberührt. Eine jeweils klasseninterne handlungsaktive Nachbereitung zur Selbstwahrnehmung schloss sich an. Schülerinnen und Schüler wurden darin bestärkt, für sich einzustehen und sich Hilfe zu holen, wenn sie diese benötigen. Eine Weiterarbeit findet durch die Fachschaft Verbraucherbildung statt, die sich verantwortlich für die Durchführung des Präventionsprojektes zeigt. Der besondere Dank der GMS galt der AOK, die das Programm den allgemeinbildenden Schulen Schleswig-Holsteins kostenfrei anbietet.