Von fast magischer Bedeutung

Heide Geert J. Lemmens Donnerstag, 19. Mai 2022



Der Karate-Schwarzgurt hat für viele, wenn nicht die meisten eine fast magische Bedeutung. So gut wie ausnahmslos wollen alle Karateka den Schwarzgurt erreichen. Aber: „Viele sind berufen, aber wenigen sind auserwählt“, heißt es. Es ist eine Tatsache, dass nur eine verschwindend geringe Prozentzahl der Anfänger den Schwarzgurt erreichen wird.

Statistisch gesehen geben bereits nach sechs bis sieben Monaten die ersten Anfänger wieder auf. Karatetraining ist kein Zuckerschlecken, aber sicher ist es nicht so, dass nur die Harten in den Garten kommen. Ein guter Sensei, so nennt man den Karatelehrer, gestaltet seinen Unterricht so, dass er an den Leistungsstand und die Möglichkeiten von Anfängern angepasst ist. Dennoch bleibt das Karatetraining natürlich nicht nur physisch recht fordernd, und das ist einigen schon zu viel. Hält der Karateka aber durch, kann er nach diversen bestandenen Farbgürtelprüfungen und etwa vier Jahren Unterricht für den Schwarzgurt kandidieren.

An dieser Stelle sollte vor Angeboten, die im Internet kursieren, gewarnt werden, die mit einem „Online-Kursus“ den Schwarzgurt in nur einem Jahr versprechen. Erstens ist die physische Anwesenheit eines Sensei unentbehrlich, zweitens braucht ein echter Schwarzgurt einen physischen, rationalen und charakterlichen Reifeprozess, der innerhalb nur eines Jahr nicht zu erreichen ist. Das Mindestalter für den Schwarzgurt ist beim Deutschen Karate Verband 16 Jahre, bei anderen Organisationen und Verbänden 18 Jahre.

So ist es beim MTV Heide, deren Sensei Professor Doktor Rainer Veyhl vor Kurzem in der Sporthalle Heide-Ost ein Shodan Shiken – so heißt eine Schwarzgurtprüfung – organisierte. Drei Kandidaten bestanden: Jens Schüddekopf und Sascha Schüddekopf, beide TSV Wiemersdorf, jeweils zum 2. Dan, und Sönke Martens, Ratzeburger SV, zum 4. Dan. Parallel dazu hatte die Kadgamala Organisation unter Leitung von Joppe Lemmens eine Jugend-Schwarzgurtprüfung im Karate Leistungszentrum West veranstaltet. Der Kadgamala-Verband verlieh bei bestandener Prüfung, die über zwei Tagen ging, 16 Jugendlichen den Jugend Black Belt: Eric Reiche, Jule Fuhlbohm, Johann von der Heyde, Friedrich Boysen, Ramses Grallert, Mick Büchel, Anna Reimers, Leia Klein, Max Oldehus, Pal Witt, Jette Jaster, Yohanna Waschk, Yohannes Waschk, Josefine Kölling, Emily Bergmann und Collin Wandmaker.