50 Jahre Abitur der OI d

Heide Peter Groth Donnerstag, 22. September 2022



Abitur 1972 am Gymnasium Heide (heute Werner-Heisenberg-Gymnasium): Die Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen erhielten ihr Reifezeugnis schmucklos im Sekretariat der Schule. Keine festliche Übergabe, kein Abi-Ball – die Zeiten vor 50 Jahren waren politisch unruhig, die Schulleitung fürchtete verbale Verunglimpfungen und mehr. Das Abitur wurde dennoch gefeiert – auf einem Bauernhof in Hennstedt mit Musik, Tanz und vielen Getränken, mit den Abiturienten und einigen ihrer Lehrer. Das Gymnasium hatte ihre letzten im Klassenverbund lernenden Schüler schmucklos entlassen, fortan gab es das Kurssystem und Jahre später auch wieder festliche Abschlussfeiern.

50 Jahre später sind aus den einstigen rebellischen Abiturienten Rentner und Pensionäre geworden. Sie haben inzwischen auch ihr Arbeitsleben mit Ausnahme weniger Selbstständiger hinter sich gelassen. Mehrere Lehrer, Ingenieure des Hochbaus, der Drucktechnik und der küstennahen Wasserwirtschaft, Marketingexperten, Übersetzer, Landwirte, Geschäftsführer im Einzelhandel und in der Unterhaltungsbranche, Fachreferenten in der Sozialwirtschaft, Redakteure und Hochschullehrer in der Betriebswirtschaft/Statistik – die beruflichen Karrieren sind durchweg zufriedenstellend verlaufen. Allerdings sind nur ganz wenige in Dithmarschen geblieben, leben auf Mallorca, in der Schweiz und in ganz Deutschland.

Zwei Schülerinnen und elf Schüler bestanden 1972 in der naturwissenschaftlich ausgerichteten Oberprima OI d die Reifeprüfung, einige wenige, die jahrelang Teil dieser Klasse waren, folgten 1973 mit kleiner Verspätung. Sie gehören bis heute auch zu dem Kreis, der sich in der Vergangenheit alle fünf Jahre traf, dabei auch die früheren Lehrer nicht ausschloss und nun die 50. Wiederkehr in Heide feierte. Diese Treffen sind ritualisiert. Sie beginnen stets mit einem Kaffeetrinken im Zentrum, setzen sich mit einem obligatorischen Foto in der stets gleichen personellen Anordnung vor dem Gymnasium fort und enden mit einem meist bis in die Nacht dauernden Essen.

Das Jubiläumstreffen wartete gleichwohl mit einigen Änderungen auf. Statt der Schulbesichtigung bat die Gruppe in diesem Jahr Thomas Giesenhagen vom Verein für Dithmarscher Landeskunde um eine „alternative“ Stadtführung, die vor allem soziale, wirtschaftliche und energetische Entwicklungen in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft beleuchtete. Eine dank des kompetenten Führers äußerst lohnenswerte Tour. Ein Tagesausflug zum Eidersperrwerk, das auch vor einem halben Jahrhundert seine „Reifeprüfung“ nach der Fertigstellung bestand, und nach Tönning an den Hafen rundete das Treffen ab.

Vermisst wurden bei diesem Treffen der viel zu früh gestorbene Jürgen Wilke und der gesundheitlich angeschlagene Uwe Erhardt als einstige sehr geschätzte Klassenlehrer. Beglückt war die Gruppe über die Teilnahme des fast 90-jährigen Pastors und Religionslehrers Edgar Huhn. Er traf auf seine ehemaligen Schülerinnen und Schüler Ina Anselment (Krüger), Sabine Gehrke (Sump), Jutta Gold, Jutta Dannenberg (Dombrowski), Hans-Heinrich Rieck, Uwe Söhl, Thomas Romahn, Günter Ebert, Bernd Lübke, Walter Baum, Reimer Grundmann, Peter Groth, Werner Marxen, Claus Albers, Herbert Häger, Dirk Flemming und Ingo Klein. Aus gesundheitlichen Gründen konnten Dirk Dombrowski, Hans Martin Silvester und Erich Berger nicht am Jubiläumstreffen teilnehmen.