Bürgerverein besucht Südholland

Heide Dieter Sund Dienstag, 16. August 2022



Die Anreise des Bürgervereins nach Hertogenbosch war sehr entspannt. Bei der Ankunft gab es gleich eine Stadtführung. Hertogenbosch ist die Hauptstadt der Provinz Nord-Brabant. Die Stadt ist eng mit Hieronymus Bosch verbunden, einem niederländischen Maler der Spätgotik und der Renaissance, ein visionäres Genie. Er zeigte in seinem Werk Welten, die jenseits des Vorstellungsvermögens seiner Zeitgenossen lagen.

Er zählt zu den bedeutendsten und kreativsten Künstlern des Mittelalters. Die Führung durch die mittelalterliche Altstadt war eindrucksvoll. Die Stadtmauern stammen aus dem 16. und 17. Jahrhundert und sind noch gut erhalten. Ein kleiner Besuch in der St.-Johannes-Kathedrale rundete den Besuch ab, und weiter ging es zum Marktplatz. Das Gewässer Binnendieze zieht sich durch das jahrhundertalte Kanalsystem von "den Bosch".

Am zweiten Tag besuchten die Gäste die Hansestadt Nijmegen, die älteste Stadt Hollands. Man wähnte sich in der Zeit der Römer. Dort begegneten den Besuchern historische Gebäude, jahrhundertealte Plätze und die älteste Einkaufsstraße Hollands, die lange Hezelstraat. Heute ist Nijmegen eine blühende Stadt. Nachmittags erlebten die Gäste den Schlossgarten von Arcen. Beim Betreten des Parks entdeckten sie das wunderschöne Schloss Arcen aus dem 17. Jahrhundert, im Auftrag der Herzöge von Geldern erbaut. Das heutige Schloss wurde auf den Ruinen einer Burg erbaut. Der Besuch der Schlossgärten lohnt sich. Im Schatten befindet sich ein Rhododendrongarten. Das barocke Rosarium ist mit seinen zehn thematischen Rosengärten mit über 8000 Rosen das Highlight im Schlosspark. Zu sehen waren auch ein Bambuswald und ein asiatischer Wassergarten, und man fühlte sich nach Südostasien versetzt. Auch kleine Themengärten gab es, einen italienischen, einen japanischen Ahorngarten, einen Gemüse- und einen Kräutergarten.

Am dritten Tag besuchte die Gruppe Delft und Rotterdam. Die Stadt Delft mit knapp 100.000 Einwohnern liegt zwischen Den Haag und Rotterdam in der Provinz Südholland. Die Heider besuchten das Museum Royal Delft und erfuhren alles über Geschichte und Herstellungsprozess des berühmten Porzellans. Sie schauten einem Meister über die Schulter, wie nach alter Tradition von Hand bemalt wurde. Am Nachmittag machten alle eine Hafenrundfahrt in Rotterdam, im drittgrößten Seehafen der Welt. Die anschließende Freizeit nutzten einige, um sich die Kubushäuser anzusehen. Sie sind eine ganz besondere Attraktion. Rotterdam ist ohnehin von außergewöhnlicher Architektur geprägt und zeigt sich in sehr modernem Gewand. Kuriose Bauten, wohin man blickt. Doch die Kubushäuser fallen selbst in so einer Stadt besonders auf. Der anschließende Besuch der Markthalle, die in bunten leuchtenden Farben künstlerisch gestaltet ist, bot ein unglaubliches Angebot auf mehreren Etagen.

Am vierten Tag der Reise folgte ein Andre Rieu-Konzert in Maastricht auf dem Vrijthof-Platz. Die Konzertreihe begann 2005 als einmalige Veranstaltung. Die sympathische Geste des Violinisten in seiner Heimatstadt erwies sich als äußerst erfolgreich. Inzwischen gehören die Konzerte zu den populärsten Live-Auftritten weltweit. Es gibt fast keinen Ort auf der Welt, in dem er nicht auftritt, doch der Besuch eines Konzerts des Weltstars mit seinem Orchester auf dem Platz, umgeben von jahrhundertealten Sehenswürdigkeiten, ist etwas ganz Besonderes. Zehntausende Menschen reisten aus der ganzen Welt an, um das mitreißende Rieu-Repertoire zu genießen, eine Mischung aus klassischer Musik, Walzern, Operetten, Musical- und Pophits. Speziell für die Auftritte in seiner Heimatstadt lässt Rieu weltberühmte Gastkünstler anreisen.

Am vorletzten Tag besuchten die Heider Woerden. Im Kaaspakhuis erlebten sie die Käseherstellung und eine Verkostung. Am Nachmittag lernten sie Utrecht kennen, die malerische Altstadt mit herrlichen Plätzen und Gassen sowie idyllischen Grachten. Diese Stadt gilt noch heute als Geheimtipp und wird oft das "bessere Amsterdam“ genannt. Während einer Kanalfahrt entdeckte die Gruppe die Kathedrale mit dem höchsten Kirchturm der Niederlande und Grachtenhäuser. Auf der Heimfahrt besuchten die Reisenden das idyllische Wasserdorf Giethoorn, eine ehemalige Torfstechersiedlung, und unternahmen eine Bootsfahrt auf Kanälen. Die gepflegten Reetdachhäuser mit schönen Grundstücken, vom Wasser aus betrachtet, mit großer Blumenpracht - ein schöner Abschluss der Reise.