Nach 95 Jahren ist Schluss

Heide Redaktion Montag, 24. Januar 2022



Ein stolzes Jubiläum von 95 Jahren erreichte der Verein, dessen Geschichte nun zu Ende ging; denn die Mitglieder des Kegel- und Bowlingklubs KSK Holstein Heide beschlossen schweren Herzens, den Klub zum Jahresende 2021 aufzulösen. Auch die Coronapandemie war mit daran schuld.

Es begann alles mit „Lot em lopen“. So hieß der Klub bei seiner Gründung 1926, und er wurde schnell weit über die Grenzen Dithmarschens bekannt. 1968 wurde er in „KSK Holstein Heide“ umbenannt. Bekannte Bürger, die bereits verstorben sind, gehörten dem Klub an, wie zum Beispiel Emil Beiroth, Fußballer beim HSV Heide, Willi Schorisch von der Holzhandlung, Karl Maaßen von der Tankstelle Markt, Bruno Witt, Installateur und Öllersmann der Süderegge, Schlossermeister Werner Pohlmann und Gerd Jacobsen, Geschäftsführer bei Wandmaker. Gekegelt wurde damals im Bürgerbräu beziehungsweise Haus des Handwerks in Schuhmacherort. Damit der Schornstein rauchte, wurden Briketts mitgebracht und Heißgetränk getrunken.

Bis 1952 war der Klub Lot em lopen eine Unterabteilung des HSV Heide. Später schloss man sich dem Kegelverein Heide an. 1948 wurde erstmalig bei Fiete Bossel im Stadttheater gekegelt. Im Oktober 1979 erfolgte der Umzug auf die neu gebaute Zwölf-Bahnen-Anlage des Vereins Heider Kegler. Die Kosten für die Bahn beliefen sich auf 1,5 Millionen D-Mark. Der damalige Vorsitzende Ernst Backen war die treibende Kraft für die seinerzeit modernste Kegelbahn in Schleswig-Holstein. Kegelsportwochen waren in den 50er-Jahren „in“. Als Preise gab es Geld oder auch Turnschuhe. Neben Wettkämpfen gegen andere Klubs gab es das Wandmaker-Turnier, initiiert von Jacobsen. Der KSK Holstein war einer der ersten Klubs im Land, der 1990 Kontakt zum TSV Tangermünde in Sachsen-Anhalt aufnahm. Es folgten viele freundschaftliche Treffen. 2011 fand eine Umstellung des Klubs von Kegeln auf Bowlen statt. Kegeln war „out“ und Bowlen „in“.

Sportlich war der Klub hervorragend aufgestellt. Vier Jahre lang wurde in der zweiten Bundesliga gekegelt. In der Mannschaft des Vereins Heider Kegler waren, bei Landes- und Deutschen Meisterschaften, Jürgen Fenzke, Lothar Stange, Hans-Adolf Weber, Jan Voss, Günter Fenzke und Dieter Behrens. Vorsitzender Dieter Behrens wurde Landesmeister der Herren/C-Klasse und wurde zweimal in die Landesauswahl Schleswig-Holsteins berufen und war erfolgreich. Bei der jährlichen Sportlerehrung der Stadt wurden viele Kegler und Bowler vom KSK Holstein geehrt.

130 Kegler durchliefen den Klub seit der Gründung 1926. Während dem Klub vor gut 30 Jahren noch 32 Mitglieder angehörten, waren es zuletzt nur noch sieben. Sterbefälle, Austritte und fehlender Nachwuchs ließen die Mitgliederzahl schrumpfen. 1986 erstellte Dieter Behrens eine Chronik. Inzwischen wurden 95 Jahre bis zum 31. Dezember 2021 festgehalten, darin Persönliches, Ehrenämter, Ehrungen, sportliche Erfolge und Ereignisse. Jeder Kegler/Bowler hat seine persönliche Seite. Die Chronik wird nach Auflösung des Klubs an das Stadtarchiv übergeben und soll Zeugnis davon geben, wie ein Heider Klubleben ausgesehen hat.