Versammlung der Waldbauern

Albersdorf Regine Brandt Mittwoch, 22. Juni 2022



Im letzten Jahr musste die Mitgliederversammlung der Forstbetriebsgemeinschaft Waldbauverein Dithmarschen (FBG) aufgrund der Corona-Pandemie ausfallen. Jetzt ist ein Treffen endlich wieder möglich und mit 85 Besuchern in der Halle 22 im Dithmarsenpark auch gut besucht. Klimawandel in Bezug auf die Veränderungen in den Wäldern und die zukünftige Ausrichtung der Bundes- und der Landespolitik sind hier die Schwerpunktthemen.

Nach der Begrüßung und einem kurzen Bericht über die Arbeit der FBG durch den ersten Vorsitzenden, Johann-Martin Dallmeier-Tießen, erhält der Vorsitzende des Waldbesitzerverbandes Schleswig-Holstein, Caspar Graf zu Rantzau, das Wort. Dieser freut sich auf der einen Seite, dass Wald in der Politik heute durchaus ein Thema ist. Auf der anderen Seite hofft er, dass hier entsprechend Entscheidungen getroffen werden, die nicht idiologisch begründet sind. So soll z. B., laut zu Rantzau, der Baustoff Holz gefördert werden. Dies bedingt aber auch, dass Nadelholz gepflanzt wird, da Laubholz als Baustoff nicht geeignet ist. In den Förderprogrammen für Aufforstungen werden aber Laubbaumkulturen bevorzugt. Schon vor Jahren wurde im zuständigen Ministerium die eigenständige Abteilung Forstwirtschaft aufgelöst. Dabei sind heute mehr denn je fachlich qualifizierte Mitarbeiter dringend notwendig, um die jetzigen und zukünftigen großen Aufgaben, die besonders der Klimawandel mitbringt, zu bewältigen.

Auch den Förster Christof Vetter beschäftigt die klimabedingte Situation im Wald. Besonders die Stürme und der Borkenkäfer richten hier z. T. große Schäden an. Allein der Sturm im Februar dieses Jahres hat ca. 6000 Festmeter (FM) Windwurfholz verursacht. Zum Vergleich, im Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2021 wurden im Bereich der FBG Dithmarschen knapp 1900 FM geschlagen, im Kreisforst kommen 4000 bis 4500 FM jährlich dazu. Somit ist durch den Sturm quasi schon die normale Jahresmenge erreicht. Besonders aufgrund der Tatsache, dass die Bäume nicht flächig umgefallen sind, sondern einzeln oder in kleinen Gruppen, macht die Aufarbeitung schwierig und zeitaufwendig. Vetter ist als Kreisförster nur ca. ein Drittel seiner Arbeitszeit über die Landwirtschaftskammer für die FBG tätig und seine Arbeitsbelastung ist ohnehin schon deutlich zu hoch. Diese Tatsache macht die Situation nicht einfacher.

Auch der Leiter der Forstabteilung der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, Dr. Schadendorf, spricht von erhöhter Arbeitsbelastung in seinem Haus. Im Vergleich zum Vorjahr wurden zwar 2021 die Fördermittel deutlich erhöht. Da aber nicht gleichzeitig der Personalschlüssel für die Bearbeitung angepasst wurde, konnten diese gar nicht ausgegeben werden. Erfreulicheres hat Schadendorf zum Holzpreis zu sagen. Hier sind die Preise über alle Sortimente gut, werden voraussichtlich zwar erstmal etwas sinken. Da aus der Ukraine und Russland kein Holz mehr nachkommt, wird es zukünftig eher wertvoller.

Während der Sitzung werden auch die Haushaltszahlen der Jahre 2020 und 2021 vorgestellt. Die FBG ist weiterhin finanziell gesund. Aus dem Vorstand verabschieden sich Hans-Otto Butenschön, Odderade, nach 12 Jahre und Thies Kühl, Kleinrade, nach 8 Jahren als Beisitzer. Als Ersatz kommen Henrik Karstens, Nordhastedt, und Peter Gosch, Süderheistedt, für die Ev. Kirchengemeinde Hennstedt dazu. Max Kemski, Albersdorf, wird im Amt des Beisitzers bestätigt.