24-h-Betreuung: Erfahrungen aus dem Alltag
Brunsbüttel Es beginnt selten plötzlich. Meist sind es viele kleine Veränderungen, die sich langsam in den Alltag einschleichen. Der Kühlschrank bleibt leer. Medikamente werden vergessen. Ein älterer Mensch wirkt bei alltäglichen Dingen zunehmend überfordert, obwohl früher vieles selbstverständlich war.
„In Gesprächen mit Familien erleben wir diesen Moment immer wieder“, sagt Roy Gatzke, geschäftsführender Gesellschafter der Gatzke & Kiziok GmbH. Angehörige organisieren den Alltag, fahren nach der Arbeit noch schnell vorbei, kümmern sich um Einkäufe, Arzttermine und Behördengänge. Anfangs scheint vieles noch machbar. Doch mit der Zeit wird aus Unterstützung häufig eine dauerhafte Belastung.
Besonders schwierig wird es, wenn Demenz hinzukommt. Viele Familien versuchen trotzdem, möglichst lange alles alleine zu organisieren. Aus Liebe, Pflichtgefühl oder weil der Gedanke schwerfällt, Hilfe von außen anzunehmen. Dabei entsteht häufig ein schlechtes Gewissen. Angehörige fragen sich, ob sie genug tun. Ob sie vielleicht zu früh Unterstützung suchen. Oder ob fremde Hilfe zuhause überhaupt akzeptiert werden würde.
„Aus unserer Erfahrung entstehen genau in dieser Phase die größten Belastungen. Nicht, weil Angehörige zu wenig tun, sondern weil sie häufig viel zu lange versuchen, alles alleine zu tragen“, so Roy Gatzke. Eine gute 24-Stunden-Betreuung schafft dabei oft weit mehr als praktische Entlastung. Natürlich geht es auch um Unterstützung im Haushalt oder im Alltag. Für viele Familien verändert sich aber vor allem das Gefühl zuhause. Auf einmal ist jemand da, der Gespräche führt, Struktur gibt, gemeinsame Mahlzeiten begleitet und Sicherheit vermittelt. Viele ältere Menschen wirken dadurch ruhiger, ausgeglichener und weniger alleine. Gleichzeitig erleben Angehörige oft zum ersten Mal seit langer Zeit eine gewisse Entlastung, weil Verantwortung wieder geteilt wird.
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