Auto & Mobilität

SUV oder klassischer PKW?

Mode, Bequemlichkeit oder einfach praktisch? Sport-Utility-Vehicle (SUV), auch Geländelimousinen oder Stadtgeländewagen genannt, sind schon seit einigen Jahren heftig diskutiert. Für die einen sind sie gefährliche Umweltverschmutzer, für die anderen sichere Familienwagen. Aber was genau zählt als SUV, was sind die Vor- und Nachteile und sind sie tatsächlich so umweltschädigend, wie manche behaupten?

SUV gibt es in allen Formen und Farben. Sowohl in der Ober- und Mittelklasse als auch im Kleinwagenformat sind sie mittlerweile vertreten und die Auswahl ist riesig. Selbst beim Antrieb sind sie vielseitig. So gibt es benzin- und dieselgetriebene SUV, aber auch Hybride, vollkommen elektrische oder Exoten mit Brennstoffzelle oder Gasantrieb. Dem Kunden stehen alle Optionen offen. 

SUV oder Geländewagen – was ist der Unterschied? 

An einem SUV ist im Vergleich zu einem herkömmlichen PKW gar nicht viel besonders. Der SUV zeichnet sich durch eine erhöhte Bodenfreiheit, aber vor allem durch seinen markanten Karosseriestyle aus. Dieser erinnert an eine Mischung aus Limousine und Geländewagen. Trotzdem werden Geländewagen durch einen speziellen Prozess, dem sogenannten Typgenehmigungsverfahren, zum zertifizierten Geländewagen. 

Denn ein Geländewagen muss klare Kriterien erfüllen: Eine Steigfähigkeit von mindestens 30 %, einen Böschungswinkel vorn von mehr als 25 Grad und hinten von mehr als 20 Grad, sowie einen Rampenwinkel von ebenfalls mehr als 20 Grad. Zudem müssen direkt unter den Achsen mehr als 180 Millimeter Bodenfreiheit herrschen und zwischen den Achsen mehr als 200 Millimeter. Wenn ein Fahrzeug mindestens fünf der sechs Kriterien erreicht oder übertrifft, gilt es offiziell als Geländewagen. 

Wofür ist ein SUV nützlich? 

Aber wenn ein SUV eigentlich gar nichts Besonderes ist, wofür ist er dann gut? SUV haben, je nach Hersteller und Modell, überwiegend trotzdem viele Vorteile gegenüber einem klassischen PKW. Einer davon ist der SUV Reifen Unterschied. Die Hauptprämisse eines SUV ist, dass es sich um ein Mischfahrzeug handelt. Die Vorteile eines Sportwagens, wie eine hohe Geschwindigkeit und viele PS sollen mit denen eines Offroad-Fahrzeuges, z.B. viel Sicherheit und der Möglichkeit abseits herkömmlicher Straßen zu fahren, kombiniert werden. 

Dementsprechend sind auch die verfügbaren Reifen entworfen. SUV-Reifen sind oftmals sehr breit, aber ansonsten ähnlich denen eines PKW. Dadurch ist die Lauffläche groß genug, um die oftmals massiven Fahrzeuge besser fortzubewegen. Gleichzeitig können die Reifen auf hohe Geschwindigkeiten beschleunigt werden, ohne sich abzunutzen und auch Offroad ihren Dienst erfüllen. Je nachdem wie der SUV verwendet wird, können auch spezielle Crossover-Reifen für eher befestigte Straßen, oder Offroad-Reifen für schwieriges Terrain angeschafft werden. Die Auswahl ist riesig. Gegebenenfalls ist sogar eine Mischbereifung möglich, um die Vorteile mehrere Reifentypen maximal zu nutzen. Aber SUV haben auch weitere Vorteile. Besonders für Familien eignen sich die großräumigen Autos sehr, da viel Platz für Kindersitze und Beinfreiheit ist. Auch der Kofferraum fällt oftmals dementsprechend groß aus. Hinzu kommt der Sicherheitsfaktor. Da der Fahrer höher sitzt als bei normalen Autos, ist er für Unfälle etwas besser gewappnet. Andere Verkehrsteilnehmer sind laut einer Studie des ADAC nicht zusätzlich gefährdet. Die hohen PS Zahlen und die Vielseitigkeit machen SUV zu einem perfekten Fahrzeug für fast alle Einsätze. Sie sind schnell und bequem auf der Straße und im Schlamm, können viel transportieren, sind sicher und sehen dabei auch noch verdammt gut aus. 

Alles hat seinen Preis 

Für vielen Vorteile eines SUV muss der Kunde allerdings tief in die Tasche greifen, wenn auch nicht so tief wie vielleicht gedacht. Denn es muss ja nicht unbedingt die Luxus-Limousine aus der Oberklasse sein. Die mittelklassigen SUV sind nicht viel teurer als herkömmliche PKW. Was allerdings teurer ist, ist der benötigte Kraftstoff. Denn SUV benötigen für mehr PS auch mehr Saft. Besonders bei Benzinern wird dies schnell teuer und ist zudem umweltschädlich. Wer viel fährt, sollte deshalb nach einem Diesel- oder Hybrid-SUV Ausschau halten. Diese sind ähnlich effizient wie herkömmliche Kompakt- und Mittelklassewagen und haben trotz Dieselmotor einen geringeren CO2-Ausstoß als die meisten Benziner. Wer komplett ohne Abgase fahren will, kann sich auch einen Elektro-SUV kaufen. Besonders in ländlichen Gegenden sollte dann aber auch über die Anschaffung eines heimischen Ladegeräts nachgedacht werden. Dafür gibt es sogar einen Bundeszuschuss. Denn öffentliche Ladestationen sind in vielen Teilen Deutschlands noch immer eine Rarität. 

Der SUV – ein gelungener Mischling 

Sport-Utility-Vehicle sind ein eher neuer Fahrzeugtyp, der sich erst in den 90er Jahren in Deutschland etablieren konnte. In den 2000ern gewann er schnell an Popularität und im März 2021 war jede vierte Neuzulassung ein SUV. Auch die Autohersteller springen auf den Trend auf und mittlerweile ist jedes dritte weltweit gebaute Fahrzeug ein SUV. Viele Menschen stehen dem modernen Autotyp noch immer negativ gegenüber, da er in Verruf steht durch höhere CO2-Emisionen maßgeblich zur Umweltverschmutzung beizutragen. Doch effizientere, umweltfreundlichere und teilweise elektrische Motoren kommen auch bei SUV vermehrt zum Einsatz. Auch deshalb müssen sich Autofahrer nicht allzu viele Gedanken darüber machen, ob demnächst ein SUV-Verbot eintritt. Denn da sich SUV wie die gesamte Autobranche momentan auf eine grüne Zukunft einstellen, erscheint das Verbot eines bloßen Karosserietyps äußerst unwahrscheinlich.

© Boyens Medien - Texte und Fotos sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.