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Welche Kopfhörer sollen es sein?

Berlin (dpa/tmn) - Eigentlich geht es bei Kopfhörern vor allem darum, dass nicht alle um einen herum die Musik von Smartphone, MP3-Player oder Anlage mithören müssen. Was sich einfach anhört, ist in den vergangenen Jahren aber zu einer Wissenschaft geworden.

In-Ear, On-Ear oder Over-Ear. Akustisch offen oder akustisch geschlossen. Mit oder ohne Kabel. Das sind nur einige Entscheidungen, die Verbraucher bei der Wahl ihres Kopfhörers treffen müssen.

Immer mehr auf dem Vormarsch ist die kabellose Bluetooth-Variante. «Aktuell geht der Trend bei Kopfhörern in Richtung True Wireless, also dem kompletten Verzicht auf Kabel», sagt Peter Schlossnagel vom Portal «Kopfhoerer.de».

Ein Vorteil der Bluetooth-Modelle: Sie lassen sich mit anderen technischen Geräten smart vernetzen und bieten damit mehr Optionen als nur Musikhören. «Immer mehr kabellose Kopfhörer wollen uns durch Herzfrequenzmessung oder Schrittzählung in Sachen Fitness-Coaching unter die Arme greifen», erklärt Schlossnagel. Praktisch ist: Viele Hersteller liefern bei Bluetooth-Kopfhörern ein Kabel mit. So können Verbraucher die Kopfhörer zum Beispiel an der Stereoanlage nutzen. Nachteil der Funk-Modelle: Der Akku muss regelmäßig geladen werden.

Eine weitere Frage stellt sich bei der Form: im Ohr, auf dem Ohr - oder über dem Ohr?

Wer es klein und handlich mag, setzt auf In-Ear-Kopfhörer. Der Klassiker lässt sich leicht transportieren. «Wenn die Kopfhörer den Ohrkanal mit einer Manschette luftdicht abschließen, können sie selbst tiefste Bassfrequenzen druckvoll übertragen», sagt Hartmut Gieselmann von der Fachzeitschrift «c't». Wegen ihrer Größe eignet sich diese Form ideal für sportliche Aktivitäten. Jedoch droht mit zunehmender Nutzungsdauer wegen der geringen Stabilität früher oder später ein Kabelbruch.

Klassik- und Jazz-Liebhaber greifen idealerweise zu Over-Ear-Modellen, die also das gesamte Ohr umschließen. Sie überzeugen durch ihre klangliche Bandbreite, weil durch ihre Bauform das Klangbild beeinflusst wird - der Sound wirkt räumlich differenzierter und meist lassen sich einzelne Instrumente genau zuordnen. Von Nachteil - vor allem im Vergleich zu In-Ears - sind Größe und Gewicht. «Aber auch der Anpressdruck ist ein nicht zu unterschätzender Faktor: Sitzt der Kopfhörer zu eng, entsteht ein unangenehmes Druckgefühl, welches sogar schmerzhaft werden kann», sagt Schlossnagel.

Eine dritte Bauart für die Ohren sind die On-Ear-Kopfhörer. Der Vorteil: Diese Modelle liegen direkt auf der Ohrmuschel auf und sind im Vergleich zu In-Ear-Kopfhörern robuster. «Damit sie Bass gut übertragen, brauchen sie jedoch einen hohen Anpressdruck, der auf Dauer unbequem wird. Angenehmer zu tragen sind große Kopfhörer, die die Ohrmuschel komplett umschließen», sagt Gieselmann.

Eine weitere Unterscheidung gibt es zwischen akustisch offenen und akustisch geschlossenen Modellen. Hierbei geht es vor allem um die Klangqualität: «Offene Kopfhörer sind für Klang-Connaisseurs geeignet, die ihre Musik in einem ruhigen Umfeld genießen können und ein ausgewogenes Klangbild mit weitläufiger Raumdarstellung schätzen», erklärt Klaus Laumann von der Fachzeitschrift «Stereoplay». Geschlossene Konstrukte hingegen dichten den Bereich zwischen Ohr und Schallerzeuger für bessere Basswiedergabe und gegen Störeinflüsse von außen ab. «Insofern sind Kopfhörer mit geschlossener Bauform vor allem im mobilen Einsatz und in lauten Umgebungen die beste Wahl.»

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