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Arbeiten als Glücksbringer

Oben auf dem Dach und unten im Keller – Schornsteinfeger sind in Gebäuden überall unterwegs. Dabei müssen sie vor allem wetterfest und schwindelfrei sein. Weil sie auch heute noch für die Sicherheit von Heizungs- und Entlüftungsanlagen sorgen, sind sie echte Glücksbringer ... wie schon im Mittelalter! Fachlich stehen in unseren Tagen neben dem vorbeugenden Brandschutz der Umweltschutz und die Energieeffizienz im Vordergrund.

Schornsteinfeger arbeiten nach gesetzlichen Vorgaben ganz nah am Menschen. Schornsteinfeger – und Schornsteinfegerinnen – überprüfen Heiz- und Entlüftungsanlagen nach gesetzlichen Vorgaben. Diese Verordnungen regeln zum Beispiel die Art und Weise, wie eine Anlage gebaut sein muss. Eine besondere Bedeutung hat die Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchG). Darin regelt der Gesetzgeber, welche Abgaswerte einzuhalten sind. Die Dokumentation aller Mess-, Prüf- und Arbeitsergebnisse ist deshalb ein wesentlicher Teil der Arbeit. Findet ein Schornsteinfeger Mängel an den geprüften Anlagen, veranlasst er deren Beseitigung – genau wie der TÜV bei unseren Autos.

Auch mit Menschen haben Schonsteinfeger viel zu tun, beispielsweise in der Kundenberatung. Sie beantworten Fragen zu Energieeffizienz, Brand- und Klimaschutz, wenn noch alles in Planung ist. Wenn alles fertig gebaut ist, prüfen und begutachten Schornsteinfeger die richtige Ausführung. Da Hausbesitzer dazu verpflichtet sind, ihre Anlagen regelmäßig überprüfen zu lassen, kann der Beruf des Schornsteinfegers als krisensicher gelten.

Die meisten Lehrlinge treten mit dem Mittleren Schulabschluss ihre Ausbildung an. Durch Weiterbildungen wird der Weg zu einer Vielzahl anderer Berufe frei, Azubis mit mittlerem Schulabschluss können mit dem Gesellenbrief ein Studium an der Fachhochschule ins Auge fassen.

Schornsteinfeger in ländlichen Gebieten wie Dithmarschen haben besonders häufigen Kundenkontakt. „Wir müssen kommunikativ sein und dürfen keine Angst auch vor privaten Gesprächen haben“, unterstreicht Jens Utermark, Bezirksschornsteinfeger aus Meldorf. Auf jeden Fall sollten sie auch handwerkliches Geschick, technisches Verständnis sowie Spaß an Mathematik, Chemie und Physik mitbringen. Das erleichtert das Verständnis für die Zusammenhänge bei den Messungen. Und nicht zu vergessen: Sorgfältiges Arbeiten ist für diesen verantwortungsvollen Beruf das A & O. (ib)

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