Heide

Bei Mediengestaltern ist Kreativität gefragt

Heide – „Ich wollte etwas mit Gestaltung machen“, schildert Sina Lorenzen die Ausgangslage ihrer Suche nach dem Traumjob. Seit vergangenem Jahr lässt sich die 19-Jährige bei Boyens Medien in Heide zur Mediengestalterin ausbilden.

Eine Anzeige im Stellenmarkt der Dithmarscher Landeszeitung sprach die einstige Schülerin des Gymnasiums Heide Ost an. Die Bewerbung um eine Ausbildung in dem Heider Medienhaus war erfolgreich – nun kann Sina Lorenzen ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Denn das Gestalten und Konzipieren steht im Mittelpunkt beim Beruf Mediengestalter Digital und Print – Fachrichtung Gestaltung und Technik, wie die vollständige Bezeichnung lautet. Mediengestalter beschäftigen sich, wie der Name es nahelegt, mit der Gestaltung von Medienprodukten: Sie entwickeln Layouts, bearbeiten Bilder und Grafiken und realisieren kreative Konzepte. Sina Lorenzen lernt gerade, Layouts am Bildschirm zu entwerfen: „Man muss darauf achten, dass Text und Bild zusammenpassen. Außerdem müssen die Daten so aufbereitet werden, dass die Druckereien sie verwenden können“, beschreibt die 19-Jährige einige der wichtigsten Aufgaben. Dabei haben Mediengestalter weitgehend freie Hand, wobei: „Am Ende muss natürlich dem Kunden das Ergebnis gefallen“, so Sina Lorenzen.

Mediengestalter arbeiten in der Druck- und Medienwirtschaft: in Verlagshäusern und Werbeagenturen ebenso wie in Druckereien und den hauseigenen Werbeabteilungen größerer Unternehmen. Arbeitsplatz eines Mediengestalters Digital und Print ist nahezu ausschließlich der Bildschirm. Doch das, was auf dem Bildschirm passiert, findet Sina Lorenzen äußerst abwechslungsreich. Grafiken für Bücher, Zeitschriften und Tageszeitungen oder auch Einladungskarten für Lesungen in den Buchhandlungen Scheller Boyens sind einige Beispiele für Gestaltungsaufträge, an denen die Auszubildende zuletzt feilte. Dass die zu bearbeitenden Medienprodukte so unterschiedlich sind, liegt daran, dass ihr Ausbilder breit aufgestellt ist. So hat sich Boyens Medien im Lauf der vergangenen Jahre vom klassischen Verlagshaus zum modernen Medienhaus entwickelt. „Ich durchlaufe im Haus alle Abteilungen, die grafische Arbeit leisten“, so die angehende Mediengestalterin. Dazu gehören bei Boyens Medien etwa die eigene Werbeagentur Fincke Werbung, die Zentralredaktion der Tageszeitungen und das Druckzentrum MediaPrint, aber auch die Internetagentur Boyens Online – „Hier wird die Gestaltung extra auf‘s Web abgestimmt“, erläutert Sina Lorenzen. Denn ob das jeweilige Medienprodukt im weltweiten Netz oder in gedruckter Form erscheinen soll, macht einen großen Unterschied für die Gestaltungsexperten: „In beiden Bereichen kommen zum Beispiel unterschiedliche Farbprofile zum Einsatz.“

Die 19-Jährige hat sich als Abiturientin auf den Ausbildungsplatz beworben, für gewöhnlich ist die Hochschulreife oder ein guter bis sehr guter mittlerer Bildungsabschluss Voraussetzung für die dreijährige Ausbildung. In welchen Fächern sollten angehende Mediengestalter gute Noten mitbringen? „Mathematisches Verständnis ist wichtig“, sagt Lorenzen, „und Deutsch sollte man ebenfalls beherrschen, da auch Korrekturlesen zu den anfallenden Arbeiten gehört.“ Neben der bereits erwähnten Kreativität und einem Sinn für Ästhetik sind räumliches Vorstellungsvermögen, zeichnerische Fähigkeiten und technisches Verständnis gefordert. Mediengestalter sollten zudem teamfähig und stressresistent sein.

Der Beruf wird nach dem dualen System ausgebildet: Am Ausbildungsplatz im Heider Medienhaus erhält Sina Lorenzen die berufliche Praxis, der theoretische Unterricht erfolgt in ein- bis dreiwöchigen Blocks an einer Berufsschule in Neumünster. Hier steht die Theorie im Mittelpunkt, „das Technische hinter den Pixeln“, wie Sina Lorenzen sagt. Bei ihrer Fachrichtung „Gestaltung und Technik“ etwa liegt der Schwerpunkt auf der Installation von Hard- und Software und der Planung von Produktionsabläufen. Daneben gibt es noch die Fachrichtungen „Konzeption und Visualisierung“ sowie „Beratung und Planung“. Auch nach der Ausbildung gibt es für Mediengestalter immer wieder Neues dazuzulernen: Durch ständige Innovationen in ihrer Branche, etwa neue Bearbeitungsprogramme, sollten Mediengestalter regelmäßigen Weiterbildungen gegenüber aufgeschlossen sein. (mat)