Bits & Bytes

5 Dinge zur Cybersicherheit, die im Internet selbstverständlich sein sollten, es aber nicht sind

In der Offline-Welt gibt es viele Dinge, die, was die Sicherheit angeht, selbstverständlich sind. Die meisten Menschen benutzen einen Sicherheitsgurt, wenn sie Autofahren; sie schließen die Tür ab, wenn sie nicht zu Hause sind; und sensible Daten lässt man normalerweise nicht ungeschützt irgendwo herumliegen.

Im Internet lässt sich aber noch eine andere Mentalität beobachten. Viele Menschen sorgen sich nicht in dem Maße um ihre Cybersicherheit, wie sie es sollten. Die Gründe dafür können vielseitig sein: bei manchen ist es Unwissenheit, bei anderen wiederum Bequemlichkeit.

In diesem Artikel erfährst du, was jeder für seine Cybersicherheit unternehmen kann und sollte. Unter anderem sind ein Antivirenprogramm und ein VPN zwei elementare Tools, mit denen jeder im Internet unterwegs sein sollte.

1. Antiviren-Programm

Die Wahrscheinlichkeit, Opfer einer Malware-Attacke zu werden, hängt stark vom Betriebssystem ab. Viren sind auf dem Mac von Apple noch recht selten, vor allem im Vergleich zu Windows.

Viele Mac-Nutzer verzichten daher auf ein externes Antivirenprogramm. Doch gibt es auch auf dem Mac keine absolute Sicherheit. Denn Schadsoftware wird immer diverser – nicht zuletzt ist Crypto-Mining bei Hackern beliebter geworden. Dabei benutzen diese fremde PC zum Schürfen von Kryptowährungen.

Bei Windows ist ein Antivirus-Programm bereits vorinstalliert: der Windows Defender. In Tests schneidet das Programm immer wieder gut ab und ist für alltägliche Bedrohungen aus dem Internet ein solider Schutz. Da er gratis ist, solltest du ihn als Grundschutz auf deinem Windows-PC installieren.

Wer noch mehr Schutz benötigt – so gibt es beim Defender keine Zusatzfunktionen zum Beispiel für das Onlinebanking – sollte sich ein Antivirenprogramm auf seinen PC laden. Wichtig hierbei ist ein vorheriger Vergleich und dass du dir bewusst bist, dass eine gratis Version, die du aus dem Internet lädst, selten ohne Einschränkungen der Funktionen einhergeht; oder sie kann dich mit nervigen Werbeanzeigen nerven, die regelmäßig aufpoppen.

Lade dir ein solches Antivirenprogramm unbedingt aus einer vertrauenswürdigen Quelle herunter – das gilt auch für alle anderen Programme und Tools. Unseriöse Webseiten bergen die Gefahr, dass du unbeabsichtigt Malware auf deinen PC einschleust; oder harmlosere aber sehr nervige Adware.

2. VPN

Zur Grundausrüstung sollte für dich zudem ein VPN (Virtuelles Privates Netzwerk) gehören. Es verschlüsselt deine Daten und versendet sie zunächst an einen VPN-Server. Erst dort werden sie verschlüsselt und gelangen zum Zielserver. Dadurch verhinderst du, dass Unbekannte deine Daten abfangen.

Das schützt dich vor zahlreichen Gefahren, die online lauern. Vor allem wenn du unterwegs bist und dich zum Beispiel in ungesicherten WLAN-Netzwerken befindest, bist du Cyberkriminellen ungeschützt ausgeliefert. Mit einem VPN schützt du deine privaten und vertraulichen Daten.

Zusätzlich verschleiert ein VPN deine tatsächliche IP-Adresse, wodurch Außenstehende keine Möglichkeit haben, bestimmte Daten von dir zu erfassen – wie Standort, Internetanbieter oder Browser. Außerdem schützt es dich vor DDoS-Attacken, das sind Angriffe auf eine IP-Adresse oder Server. Diese werden mit einer Vielzahl von Anfragen überlastet, bis sie nicht mehr funktionieren. Ohne deine IP-Adresse ist das dem Hacker aber nicht möglich.

Viele VPN-Anbieter bieten geräteübergreifende Abos, wodurch du nicht nur deinen PC, sondern auch dein Smartphone, Tablet und andere Geräte schützt.

3. Individuelle und komplexe Passwörter

Viele Menschen nutzen leider immer noch viel zu schwache Passwörter für ihre Online-Konten. Auf der Liste der meistgebrauchten Passwörter tauchen weiterhin passwort oder 123456 auf. Diese Passwörter knacken Hacker in wenigen Sekunden.

Empfehlenswerte sind komplexe Passwörter; und für jedes Konto sollten diese unterschiedlich ausfallen. Inzwischen gibt es sehr viele Passwort-Manager auf dem Markt. Dort kannst du dir Passwörter erstellen lassen und deine Daten in einem virtuellen Tresor abspeichern. Dann musst du dir nur noch die Zugangsdaten für den Tresor merken und hast deine Passwörter stets parat.

4. Regelmäßige Updates

Die Tools, die Hacker für ihre Anwendungen verwenden, entwickeln sich rasant weiter. Anbieter von Apps, Betriebssystemen oder anderen Programmen müssen entsprechend Schritt halten und mögliche Sicherheitslücken schließen. Das erfolgt über Updates.

Daher ist es wichtig, dass du Updates regelmäßig herunterlädst, sobald sie verfügbar sind. Du kannst einstellen, dass Updates automatisch erfolgen, zum Beispiel nachts, wenn du eh nicht am Gerät online bist.

5. Vorsicht vor verdächtigen E-Mails

Öffne keine E-Mails von unbekannten Absendern oder lade gar Anhänge darin herunter. Selbst Nachrichten von vermeintlich bekannten Unternehmen oder deiner Bank können gefälscht sein.

Beliebt bei Cyberkriminellen sind E-Mail-Fälschungen von Amazon, Paypal oder Banken, bei denen du auf einer ebenfalls gefälschten Webseite aufgefordert wirst, sensible Daten von dir einzugeben. Frage lieber einmal zu viel beim Absender nach, ob diese E-Mail wirklich von ihm stammt. Keiner dieser Unternehmen fordert dich normalerweise per Mail auf, deine Logindaten oder Bankdaten einzugeben.

© Boyens Medien - Texte und Fotos sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.