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Warum der Bitcoin-Preis 2020 stark ansteigen könnte

Noch vor dem Sommer soll sich der Bitcoin in Richtung neuem Rekordhoch befinden. Es gibt einige Daten und bevorstehende Ereignisse, die es durchaus möglich machen, dass die 20.000 US Dollar-Grenze, die Ende 2017 schon fast übersprungen wurde, diesmal endlich geknackt werden könnte. Doch wer jetzt schon sein gesamtes Vermögen in den Kryptomarkt stecken will, muss sich klar sein, dass es auch nicht zu unterschätzende Nebenwirkungen geben kann. Denn es gibt keine vorprogrammierten Gewinne - und schon gar nicht, wenn es um Investitionen in den Kryptomarkt geht.

Beginnt nun der Höhenflug in Richtung 55.000 US Dollar?

Ganz egal, ob man über Bitcoin Trader oder über einen klassischen Marktplatz investiert - der Bitcoin kann, und das wurde schon mehrfach eindeutig unter Beweis gestellt, immer wieder abstürzen oder zu einem Höhenflug ansetzen.

Nicht einmal die größten Optimisten hätten sich gedacht, dass sich der Bitcoin so entwickeln könnte. Der Bitcoin, den es schon seit rund einem Jahrzehnt gibt, hat nicht nur schon unzählige Höhenflüge erlebt, sondern wurde auch schon mehrfach für tot erklärt. Satoshi Nakamoto, der Erfinder des Bitcoin, schürfte die ersten 50 Coins - diese haben heute einen Wert von rund 500.000 US Dollar. Laut Analysten besitzt Nakamoto um die 980.000 Coins. Noch ist aber unklar, wer sich hinter dem Pseudonym verbirgt. Es gibt zwar einige Thesen, doch bislang konnte keine bestätigt werden.

Auch wenn es bis zum Jahr 2017 einige Höhenflüge gab, so war es doch die Entwicklung in diesem Jahr, die dafür sorgte, dass der Bitcoin auf einmal von der Mehrheit wahrgenommen wurde. Denn im Januar 2017 lag der Bitcoin bei gerade einmal 1.000 US Dollar - zwölf Monate später kratzte die Kryptowährung an der 20.000 US Dollar-Grenze. Wenig später folgte der Absturz: 2018 musste der Bitcoin einen Verlust von um die 80 Prozent einstecken - auf einmal lag der Bitcoin im Bereich der 3.500 US Dollar.

2020 könnte es zu einem neuen Allzeithoch kommen. Einige Krypto-Fans wie Experten sind fest davon überzeugt, dass der Bitcoin auf 55.000 US Dollar steigen könnte. John McAfee, der Mann hinter dem gleichnamigen Antiviren-Programm, hat sogar gesagt, der Bitcoin werde Ende 2020 bei rund 1 Million US Dollar liegen. „Wenn das nicht der Fall ist, esse ich meinen Penis“, so McAfee.

Bei derartigen Prognosen (wie Wetteinsätzen) ist natürlich Vorsicht geboten. Der Bitcoin gilt schlussendlich als notorisch volatil und bleibt, selbst bei sehr vielversprechenden und nachvollziehbaren Prognosen, ein sehr riskantes Investment. 

Im Mai folgt die nächste Halbierung

Warum der Bitcoin 2020 einen neuen Höhenflug erleben könnte? Noch vor dem Sommer kommt es zur künstlichen Verknappung der Bitcoin-Menge. Die Währung wird durch das Bitcoin-Halving, so die Bezeichnung dieses Prozesses, begehrter und somit automatisch wertvoller. Diese Halbierung, die für Mai 2020 erwartet wird, findet automatisch statt; sie wurde im Krypto-Code von Nakamoto eingebaut, der damit ein Mittel gegen die Inflation gefunden hat. Die Bitcoin-Menge halbiert sich seither alle vier Jahre. Bis Mai 2020 werden pro Tag 1.800 Bitcoins ausgegeben - nach dem Halving werden es nur noch 900 Coins sein.

Um diesen nicht ganz unkomplizierten Prozess verstehen zu können, muss man in erster Linie natürlich wissen, wie überhaupt Coins der Kryptowährung Bitcoin entstehen. Denn hier handelt es sich um eine Art Bonuszahlung für all jene Nutzer, die der digitalen Währung Server wie Rechner bereitstellen, sodass die Bitcoin-Infrastruktur, die sogenannte Blockchain, einen Platz hat. Wird ein neuer Block zu der Blockchain hinzugefügt, so hilft man beim Ausbau der Infrastruktur und darf sich dann über eine Belohnung freuen, die in Form von Coins ausbezahlt wird.

Zu Beginn gab es pro Block 50 Bitcoins. Um die Inflation zu vermeiden, kam es im Jahr 2012 zur ersten Halbierung - die Miner bekamen nur noch 25 Bitcoins. 2016 folgte dann die nächste Halbierung auf 12,5 Bitcoins. Ab Mai 2020, so die Berechnungen, gibt es als Belohnung nur noch 6,25 Coins. Somit sinkt die jährliche Inflation von 3,8 Prozent auf rund 1,8 Prozent.

Folgt nach dem Höhenflug der Absturz?

Anfang 2020 befinden sich um die 18 Millionen Coins im Umlauf. Da die Anzahl an Coins begrenzt ist (nach 21 Millionen Coins ist Schluss), sind bereits um die 85 Prozent aller Münzen im Umlauf. Je näher man sich in Richtung der maximalen Coin-Anzahl befindet, umso begehrter werden die digitalen Münzen dann auch werden.

Doch wer jetzt glaubt, es kann nur in eine Richtung - und zwar nur noch oben - gehen, der kann mitunter ein böses Erwachen leben. Investiert man in den Bitcoin, so ist es wichtig, auch immer einen Blick auf mögliche Nebenwirkungen und Risiken zu werfen. So hat Charles Hwang, ein unter anderem am New Yorker Baruch College unterrichtender Hedgefonds-Manager analysiert, dass es zwar mit dem Halving zu einem ordentlichen Preisanstieg kommen wird, jedoch auch ein darauffolgender Absturz realistisch sei.

Im Jahr 2012 stieg der Preis des Bitcoin von 11 US Dollar auf 1.200 US Dollar - und stürzte wenig später auf 200 US Dollar ab. 2016 bzw. 2017 konnte dasselbe Spiel verfolgt werden: Nach dem Halving kletterte der Preis von 600 US Dollar auf 20.000 US Dollar, bevor es steil bergab ging und der Bitcoin auf 3.500 US Dollar fiel. „Das ist ein sich ständig wiederholender Zyklus“, so Hwang. „Zu Beginn wird der Kurs langsam steigen und dann abstürzen“, glaubt der Hedgefonds-Manager.

Welche Rolle wird die Kryptowährung Libra spielen?

Aber nicht nur das Halving wird den Preis des Bitcoin beeinflussen. Schlussendlich gibt es auch noch mit Libra, der Kryptowährung aus dem Hause Facebook, eine aktuell noch nicht einzuschätzende Neuerung. Wird Libra, wie schon 2019, der Motor für den Bitcoin-Höhenflug oder als Bremse agieren?

Noch ist unklar, ob Libra überhaupt 2020 auf den Markt kommt. Auch wenn die Verantwortlichen überzeugt sind, so gibt es doch einige Stimmen, die bereits verlautbart haben, das Projekt könne doch noch eingestellt werden.