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Die neue Geld-Realität im Fußball

Der Fußball hat in den letzten Jahrzehnten eine rasante Entwicklung durchgemacht. Sorgten vor knapp 20 Jahren Transfers um die 30 Millionen Euro für wochenlangen Gesprächsstoff über die Sinnhaftigkeit des ausgegebenen Geldes, heben heute nur mehr wenige die Augenbrauen, wenn ein Spieler um 100 Millionen Euro den Verein wechselt. Dieser Trend hat mehrere Gründe, darunter höhere Einnahmen und ein vermehrtes Interesse an europäischen Fußball in neuen Märkten, wie China und Indien.

Marktwerte 2004 und 2021

Aber alles der Reihe nach. Was hat sich genau geändert? Zuerst einmal wäre das die Marktwerte der Spieler. Wie Betway Online Wetten in ihrem Blog veranschaulicht, sind die Werte der besten Spieler in den letzten 17 Jahren in die Höhe geschossen. 2004 führten diese Rangliste Thierry Henry (Marktwert: 45 Millionen Euro), Ruud van Nistelrooy (45 Millionen Euro) und Frank Lampard (34 Millionen Euro) an. Heutzutage wäre Henry, laut Transfermarkt.de, damit „nur“ mehr der 106. teuerster Spieler, gleichauf mit Lucas Hernández und den Talenten Florian Wirtz und Dejan Kulusevski. An den Topspielern Kylian Mbappé (180 Millionen Euro), Neymar (128 Millionen Euro) und Sadio Mané (128 Millionen Euro) kommt er nicht heran.

Die Besten bei den Besten

Auch die Vereine bei denen die Topspieler unter Vetrag stehen haben sich verändert. Von den Top 16 Spielern in 2004 spielten nur sieben davon bei einem Weltklasseteam. Der Rest war bei Mittelständern wie Celta Vigo, Sparta Prag und Lokomotive Moskau unter Vertrag. Derzeit spielen die besten Spieler auch bei den europäischen Hochkarätern, wie Liverpool, Paris St. Germain und Manchester City. Der erste Spieler, der nicht bei einem absoluten Spitzenteam spielt, ist Mikel Oyarzabal, von Real Sociedad, an 42. Stelle.

Transfers

Wie goal.com zeigt, stellten 2004 noch David Beckham (37,5 Millionen Euro) und Ronaldinho (32,25 Millionen Euro) mit ihren Transfers zu Real Madrid und dem FC Barcelona neue Rekorde auf. Im Jahre 2021 sind diese Zahlen keiner Erwähnung mehr wert. Im letzten Sommer waren die teuersten Spieler Kai Havertz (80 Millionen Euro zum FC Chelsea) und Arthur Melo (72 Millionen Euro zu Juventus Turin). In die Geschichtsbücher gehen die Beiden damit auch nicht ein, die Transfers von Neymar (222 Millionen Euro) und Mbappé(180 Millionen Euro) zu Paris SG werden wahrscheinlich noch für einige Zeit an der Spitze stehen.

Sponsoren

Der Hauptgrund für die Explosion der Transfergelder liegt an der Popularität von Fußball. Fans sind bereit mehr Geld für Trikots ihrer Spieler auszugeben und dank der Globalisierung sind mittlerweile die Anhänger von Fußballteams nicht mehr nur aus der Region der Teams. Durch die „neue Nähe“ zu Märkten wie Indien und China sind auch dort Trikots von Cristiano Ronaldo und Lionel Messi Verkaufsschlager. Das hat natürlich auch Sponsoren auf den Markt gerufen. Chevrolet zahlt Manchester United 80 Millionen Euro pro Jahr für die Rechte als Trikot Sponsor. Zusätzlich kommen weitere Deals hinzu. So verdient der FC Liverpool jährlich 95 Millionen Euro dafür, dass sie von Nike ausgestattet werden.

Der Anstieg des Geldes im Fußball wird grundsätzlich durch die größere weltweite Popularität dieses Sports begründet. Mehr Sponsorengelder und Übertragungsrechte waren nur die logische Folge davon. Obwohl oft negativ beäugt, hat diese Entwicklung positive Seiten. So ist es den Teams möglich ihren Spielern ausgezeichnete Einrichtungen zur Verfügung zu stellen, was das Niveau des Sportes wieder anhebt. Auch kleinere Vereine profitieren von höheren Einnahmen, welche sie durch Spielerverkäufe und Sponsoren verdienen.